von thinha » 04.03.2011 16:34
Unsere Hunde haben unser Leben verändert – ja. Aber nicht so signifikant dass ich behaupten kann deswegen auf irgendetwas habe verzichten zu müssen, was mir wichtig ist.
Ich habe allerdings auch den Anspruch an meinen Hund, dass er sich meinem Leben anpasst und nicht umgekehrt. Allerdings trage ich die Verantwortung dafür, es ihm möglich zu machen. Hier kommt wieder der schöne und so wahre Spruch zum tragen „bestmögliche Erziehung bedeutet größtmögliche Freiheit“.
Die ersten 1-2 Jahre ist es zeitlich immer ziemlich eng für andere Freizeitaktivitäten ohne Hund. Einfach weil der Hund erst auf das Level gebracht werden muss mich durch (fast) alle Situationen begleiten zu können.
Dazu gehört z.B. das erlernen im Auto fahren, mit Bus & Bahn fahren, fremde Menschen und/oder fremde Umgebung gelassen hinzunehmen, sich stets an mir zu orientieren, sich auf mich zu verlassen, sich zuverlässig abrufen / ablegen / absitzen lassen, ca. 5 weitere Grundbefehle zuverlässig ausführen, auf Kommando runterfahren bzw. gar nicht erst aufdrehen, aber auch entspannt allein zuhause bleiben zu können.
Sind diese Dinge gegeben, stehen Türen auf für gemeinsame Besuche bei Freunden, Restaurantbesuche, Mitnahme als Reitbegleithund – womit meine restlichen Freizeitaktivitäten eigentlich auch schon aufgezählt sind. Überall will ich ihn ja nun auch nicht dabei haben – u.a. in seinem eigenen Interesse nicht.
Diese ersten 1-2 Jahre widme ich ca. 85% meiner Freizeit ausschließlich dem Hund. Danach, wenn der gute Gehorsam zuverlässig abrufbar ist, die Erziehung gefruchtet und Wurzeln geschlagen hat, reduzieren sich die Freizeitaktivitäten die ausschließlich dem Hund gewidmet sind auf ca. 60%. Einfach weil er ganz viel mitkommt – egal was ich mache. Damit integriere ich ihn einfach in meine anderen Freizeitaktivitäten.
Wir lieben deutsche Schäferhunde, haben seit > 16Jahren Schäferhunde, und haben feststellen dürfen, dass es sehr intelligente, lernwillige und lernfähige Hunde sind. Einfach ideale Begleithunde. Begleithunde fürs Leben und durchs Leben. Wenn es irgendwie geht und für unseren Hund keinen unzumutbaren Stress bedeutet, nehme ich unseren Hund mit. Für ihn gibt’s eh nicht schöneres als „bei mir“ zu sein. Selbst wenn dies bedeutet einfach nur bedeutet dass er drei Stunden unterm Restauranttisch schläft/döst.
Ich kann Dir nur den Rat geben nur dann einen Hund zu euch zu holen, wenn ihr die Zeit habt und willens seid ihm die ersten beiden Jahre intensiv zu widmen. Rechnet gut und gerne mit ca. 80-90% eurer Freizeit. Investiert Zeit, Energie und Geld (Hundetrainer) in einen (sehr) guten Gehorsam. Das Resultat am Ende des Tages ist mehr Freiheit für euren Hund und mehr Freizeit für euch. Wenn der Grundgehorsam erstmal sitzt, fordert ihr ihn eh täglich ab und manifestiert ihn dadurch – nämlich im gemeinsamen Alltag.