von Faesa » 02.06.2009 12:42
Meine Meinung dazu, wie man sich einen Hund raussucht:
a) man geht hin, und überlegt, wieviel Zeit man täglich opfern möchte. Sind das eher 2-3 Stunden täglich (verteilt auf 3 Runden) oder sind das eher 5-7 Stunden (verteilt auf 3-4 Runden). Will man ersteres, kann man sich nach nem Mops oder Kleinhund umsehen, will man 2teres, muss einem klar sein, dass das auch an Regentagen, bei 15° Minus gilt (gerade da war meine mega aktiv, die mag die Sonne eher nicht, dann wenn ich gerne draußen bin streikt sie), und auch an Weihnachten, Feiertagen, Krankheitstagen. Sprich, ist man krank, muss man auch jemanden haben, der das Pensum mehr oder weniger aufrechterhalten kann. Das ist mit nem Husky sicher schwerer als mit nem Yorkie.
b) Mit welchen Schwächen bin ich bereit zu leben. Klar ist, kein Hund muss, aber es kann die ursprüngliche Zuchteignung durchkommen. Also bei einem Aussie wäre das Hüten, bei einem Labbie wäre da der Jagttrieb etc. Bin ich bereit, daran zu arbeiten und artgerecht auszulasten.
c) Was kann man dem Hund bieten. Und zwar nicht nur an Zeit, sondern auch an Auslastung. Möchte ich täglich mir neue Spielchen überlegen (die ganz schön ermüdend sein können für Herrchen und Frauchen), möchte ich 3 mal die Woche am Hundeplatz stehen (das sind ja feste Termine, die ich z.B. mir beruflich fast nicht leisten kann, ich muss flexibler sein und bleiben), möchte ich viel Geld für Zubehör ausgeben, um meinem Hund eine Artgerechte Auslastung zu bieten (Scooter für Zughundesport, Agilitypacour für den eigenen Garten, Dummis kosten zwar relativ wenig so gesehen, aber auch das läppert sich zusammen mit der Zeit für Reizangel, verschiedene Dummies etc).
d) Wieviel Geld bin ich bereit für den Hund auszugeben. Steuer und Versicherungen machen es nicht aus, aber eine Dogge frisst nunmal faktisch mehr als ein Zwergpudel. Und ein hochwertiges Futter sollte schon drin sein für einen Wunschhund.
e) Wieviel Zeit bin ich bereit in die Pflege zu investieren. Kämmen oder Trimmen, Scheren oder pflegeleichtes Kurzhaar.
f) Was meiner Aktivitäten soll der Hund mitmachen können. Bei uns z.B. ist es so, dass wir viel Radfahren. Also war ein wichtiger Punkt, dass der Hund entweder klein genug für ein Körbchen ist, oder groß genug, um mitlaufen zu können auch mal längere Strecken.
g) Wie wichtig ist es euch, den Hund noch selber heben zu können (für mich war es eine Voraussetzung, dass ich den Hund im Notfall selber zum Arzt tragen kann oder in die Badewanne, wenn sie eher einem Erdferkel als einem Hund ähnelt).
h) und als allerletztes, wenn ihr euch über die obrigen Punkte im klaren seit, und dadurch die Rassen schon ein wenig eingrenzen konntet, weil einfach einiges rausfällt, DANN dürft ihr nach Aussehen entscheiden. Vorher würde ich danach nicht schauen, denn der schönste Hund bringt euch nichts, wenn er nicht in euer Leben passt, bzw euer Leben nicht zu dem Hund.
Im Hinterkopf sollte man dann noch immer beachten, dass ein Welpe natürlich am Anfang eine 24h Betreuung braucht und auch alleine bleiben sehr langsam geübt werden muss (parallel zur Stubenreinheit). Ein älterer Tierheimhund (oder Tierschutz) hat zumindest die körperlichen Voraussetzungen, länger ein zu halten, was es für Berufstätige einfacher macht, aber man sollte auch hier bedenken, dass der Hund vielleicht nicht alleine bleiben kann. Da sollten schon mehrere Wochen Urlaub drin sein, um den Hund dran zu gewöhnen (oder eine dauerhafte und durchgängige Betreuung, die allerdings auch wieder kostet und natürlich auch erst mal an den Hund gewöhnt werden muss).
~~~~~~What you give is what you get~~~~~~
Kritik an anderen hat noch nie die eigene Leistung erspart
***Lena - Labrador-Dalmatiner-X-Mix geb. 06/2007***