Auch wenn das Ausgangsposting schon etwas älter ist - vielleicht hilft es dem einen oder anderen noch.
Ich trainiere mit meinen Hunden das Steh, genauso übrigens wie das Sitz und Platz völlig losgelöst von anderen Übungsteilen.
Und zwar schon recht früh.
Bsp. indem ich rückwärts gehe, Hund dicht bei mir, dann mit der Hand blocke um Hund zum Stehen zu bekommen C&B sobald Hund steht.
Sobald ich sicher bin, dass Hund die Handbewegung als "Stehenbleiben" verinnerlicht hat - und zwar, sobald Hund sofort stehenbleibt, ohne erst mal noch "nachzutrippeln", kommt das Wortsignal VOR das Handzeichen. Und das Handzeichen wird dann nach ein paar Trainings langsam abgebaut.
Wobei ich die Übung grundsätzlich mit einem "Das war nichts"-Signal abbreche, wenn Hund die Übung nicht so ausführt, wie ich das gern hätte.
@FräuleinWolle
das verstehe ich bsp. nicht bei der Aussage deines Trainers. Wie soll Hund lernen, was erwünscht ist, wenn er für alles, selbst für "ja, ABER" und für "ähmmmmm nicht wirklich" bestätigt wird?
Wenn ich merke, dass Hund die Übung noch nicht wirklich verstanden hat, weil eigentlich nur "ja ABER" oder schlechter gezeigt wird, dann geht man etwas in den Übungsschritten zurück. Bestätigt doch aber nicht die schlechte, ungenügende Ausführung.
Erinnert mich an ein Beispiel: in meine Trainingsgruppe kam jemand, der bis dato VPG gemacht hatte. Hund konnte also apportieren. ABER - HF meinte "Hund nimmt Apportel so langsam auf, da haben wir immer Punkte abgezogen bekommen". Ich habe mir das Spielchen 3-4 Wiederholungen angesehen. Dann meinte ich zu dem HF:"ich würde nur das Aufnehmen trainieren, Holz in deiner Nähe, Hund rennt hin, nimmt schnell auf - sofort Bestätigung, egal ob Hund dann das Holz fallen lässt oder nicht. Und wenn Hund zu lange braucht - sein Pech, keine Bestätigung". HFwar am Anfang etwas geschockt, da das der bisherigen Ausbildungsvorstellung völlig entgegenstand. Mein Gegenargument "wie soll Hund jemals begreifen, dass er das Apportel schnell aufnehmen soll, wenn er immer am Ende der Übung bestätigt wird, und wenn er zuvor 1 min mit dem Apportel rumgespielt hat, bis er es aufgenommen hat".
Nun ja - ganz offensichtlich war HF nicht wirklich überzeugt, hat es aber dann doch ausprobiert. Und drei Wochen später rannte Hund schön zum Apportel (wie früher), nahm das Apportel zügig auf (grosse Freude von Seiten des HF) und rannte auch genauso schön wieder zurück zum HF.
Der Hund wusste einfach nicht, dass sein HF über das langsame Aufnehmen, Rumspielen am Apportel beim Aufnehmen nicht erfreut war, da Hund ja immer eine Bestätigung erhielt.
Aber das haben Dir hier ja andere schon erklärt - wenn ein Teil der Gesamtübung nicht so funktioniert, wie man das gern hätte - abbrechen und ggf. diesen Teil gesondert trainieren.
Wenn es ne einmalige Angelegenheit war und Hund diesen Teil eigentlich wirklich kann und normalerweise besser macht, kann man auch die Gesamtübung wiederholen. So ist es ja nicht.
OK - genug Abschweifung.
Wenn dann Hund auf das Signal "Steh" hin sicher stehenbleibt, bringe ich Hund bei, stehenzubleiben, wenn ich seitlich im Raum zu ihm stehe, oder wir gar beide in die gleiche Richtung schauen (gilt alternativ für Sitz und Platz).
Dann bringe ich langsam Abstand in die Geschichte. Aber immer noch nicht mit frontalem Abrufen, sondern indem wir uns irgendwie im Raum bewegen. Wenn man es genau nimmt, könnte man das vielleicht sogar mit einer Art rudimentärem "Longieren" vergleichen. Nur ohne Longierkreis und ohne Benennung des Ganzen als Longieren

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Wenn das dann so funktioniert, kommt das Ganze langsam auch in andere grössere Übungen wie Sitz/Platz/Steh aus der Bewegung und eben Abrufen mit Platz/Steh.
Wenn Hund die jeweiligen Signale wirklich kann, nicht nur kontext/übungsbezogen, dann schlägt man damit mehrere Fliegen mit einer Klappe:
- Steh/Platz beim Abrufen
- Sitz/Platz/Steh aus der Bewegung
- Steh oder Platz in der Box
- Steh am Kegel
Wichtig dabei ist, dass der Hund das Steh als solches verstanden hat, nicht nur als Teil einer grösseren Übung.