von TierLiebe » 20.07.2007 18:37
Hallo FoxTerrier
Juckreiz ist ein sehr auffälliges Symptom, da Hunde mit Juckreiz sehr unruhig sind und sich ständig mit den Pfoten kratzen. Da längst nicht immer Flöhe die Verursacher sind, muss man genau hinsehen.
Wichtig ist zu wissen, wo der Juckreiz auftritt: am ganzen Körper oder nur an einzelnen Körperstellen. Tritt er plötzlich und anfallartig auf oder ist er immer gleich stark?
Bei einem Flohbiss beispielsweisekann der Hund seelenruhig schlafen, plötzlich wie von der Tarantel gestochen hochschießen und sich heftig kratzen.
Ob ein Hund sehr unter Juckreiz leidet, hängt mit seiner so genannten „Pruritus-Schwelle“ (Pruritus = Juckreiz) zusammen. So wie manche Menschen sehr reizbar sind und schnell in Zorn geraten und andere hingegen kaum aus der Fassung zu bringen sind, so reagiert auch das körpereigene Abwehrsystem auf Reize aus der Umwelt individuell verschieden. Ein Huind mit niedriger Pruritus-Schwelle leidet nahezu ständig und recht stark an Juckreiz, einer mit hoher Pruritus-Schwelle fast nie.
Allerdings können Angst, Stress oder Allgemein Krankheiten diese Schwelle senken, so dass die Haut überall oder an bestimmten Stellen plötzlich anfängt zu jucken.
Juckreiz ist im Grunde nicht anderes als die Erregung ganz bestimmter sensibler Nervenfaser.
Genauso wird Schmerz erst durch die Erregung von Schmerzfasern fühlbar. Diese Erregung erfolgt über chemische Mittlerstoffe (Mediatoren), die beispielsweise bei Entzündungen, bei Allergien oder beim Austrocknen der Haut freigegeben werden. Umgekehrt blockieren Hitze und Kälte sowie Druck diese Juck-Nervenfasern. Deshalb beseitigen Eisbeutel, aber auch Kratzen und Beißen vorübergehend den Juckreiz. Nur, wenn der Hund die Haut malträtiert, setzt diese Postwendend wieder Mittlerstoffe frei. Die Folge ist: Der Juckreiz kehrt zurück. Juckreiz kann auch beim Wechsel der Jahreszeit, des Futters, der Liegedecke oder einer sonstigen Veränderung auftreten.
Wichtig ist zudem, ob der Hund auch dann kratzt und beißt, wenn er während eines Spazierganges oder durch Futter abgelenkt ist. Wie sehen das Fell und die Haut des Hundes aus? Sind Veränderungen sichtbar, wie etwa stumpfes, glanzloses, schuppiges Fell oder rote Flecken und Erhebungen der Haut?
Wenn man die Begleitumstände genau beschreiben kann, erleichtert man dem Tierarzt, die Diagnose zu stellen und damit dem Hund zu helfen.
Die denkbaren Ursachen für Juckreiz sind vielseitig: Aujeszky-Virus, Flöhe, Milben, Haarlinge, Pilze; Wurmbefall, Allergien oder auch Erkrankungen der inneren Organe. Es kann sich auch um eine Art Neurodermatitis handeln.
Neben den rein physischen Ursachen kann auch eine psychische Komponente mitverantwortlich sein.
Bevor man eine Diagnose stellen kann, sind oft zusätzliche Untersuchungen nötig. Bei Verdacht auf ein Hautproblem kommen dafür z.B. Haugeschabsel, Untersuchungen mit der Wood`schen Lampe, mikroskopische Haaruntersuchungen, Pilzkulturen und bakterielle Hautuntersuchungen in Betracht.
Vermutet man eine Stoffwechselstörung, ist eine Blutuntersuchung angebracht.
Behandlung: Da der Juckreiz nur eine Folge ist, versucht man die auslösende Erkrankung zu behandeln. Geht das nicht, kann man medikamentös den Juckreiz lindern und so zumindest die Heilung der Haut unterstützen.
Besteht der Verdacht, dass der Juckreiz nervös bedingt ist, kann der Tierarzt Tranquilizer verschreiben. Das sind Arzneimittel, die den ganzen Organismus beruhigen. Zur Unterstützung von außen sind medizinische Shampoos für empfindliche Haut oft sehr hilfreich.
Bei chronischen Hautproblemen sollte man generell auf eine ausgewogene Ernährung achtgeben und vermehrt die Vitamine der B-Gruppe zuführen (Hefetabletten aus der Drogerie)
Verhalten: Wenn Hunde sich nur in bestimmten Situationen kratzen, spricht das für eine Verlegenheitsgeste oder Übersprungshandlung. So wie sich viele Menschen die Haare unnötig aus dem Gesicht streichen, am Kopf kratzen oder die Pulloverärmel hochschieben.
Allergie, Atopie, Aujeszky-Virus, Ekzem, Flohbefall, Flohbissallergie, Futtermittelallergie, Haarlinge, Herbstgrasmilben, Kontaktallergie, Läuse, Pilzinfektionen, Räude, Seborrhoe