Faesa hat es absolut treffend beschrieben
Ein Hund braucht Zeit und bei uns gilt das Gesetz "wer sich nicht selber versorgen kann, ist als erstes dran" - d.h. morgens als erstes die Tiere, in der Mittagspause die Tiere, nach der Arbeit die Tiere. Und dabei laufen Katze und Meerschweinchen mal eben "nebenbei", vom Pferd reden wir mal an dieser Stelle gar nicht. Der Hund hat da schon andere Ansprüche.
Aber er hat es sich nicht ausgesucht, bei uns zu sein, wir haben das bestimmt und so hat er (in dem Falle ist es allerdings eine "sie") den Anspruch auf die beste Versorgung.
Es ist uninteressant, ob Du müde bist, ob Du mit Kopfweh und Grippe lieber im Bett bleiben würdest. Bei Durchfall fragt der Hund nicht, ob Du gerne um drei Uhr nachts noch schlafen würdest oder um vier oder fünf oder überhaupt in dieser Nacht noch einmal.
Schlechtes Wetter? Gibt es nicht - nur die falsche Kleidung. Ganz schnell merkt man auch, dass man eh zu viele eigene Handtücher hat, die man dann eben für den Hund ausrangiert.
Mit guten Klamotten ins Auto einsteigen geht, mit Hundehaaren darauf wieder aussteigen - geht auch
Futterkosten, Tierarztkosten, Spielzeug, Zubehör, Versicherung, Steuer...natürlich auch ein geldlicher Aspekt. Die Waschmaschine wird viel öfter laufen.
Niemals möchte ich unsere Emily missen, sie ist Familie, mein Seelentier, mein allerliebstes Knautschgesicht - trotz fieser Pubertätsphase, Jagdtrieb und zeitweiliger Taubheit, die die Spaziergänge zum Erlebnis macht
Man weiß nie, was man kriegt: den braven, immer ergeben neben Dir hertrottenden Gemütshund oder die sich von vielem ablenken lassende Rakete, mit der Du richtig arbeiten musst, die Dich mehr fordert, als Du Dir vorher vielleicht gedacht hast.
Nach gutem und sicheren Aufbau bleibt unsere Maus heute auch 6, 7 oder 8 Stunden am Stück alleine. Trotzdem sehe ich zu, dass es nicht mehr als 4 - max. 5 Stunden werden. Ich hab Gleitzeit, mein Mann Schichtdienst. Die Mittagspause gehört dem Hund (mit Fahrtzeit reicht die halbe Stunde aber nicht), dafür muss ich eben nachmittags länger im Büro bleiben. Zur Not könnte mein Mann sie auch mal mit ins Büro nehmen.
Wir haben für den Ernstfall mindestens drei Leute an der Hand, wo sie unterkommen kann - auch mal über Nacht oder zwei, drei, vier Tage. Kann ja immer mal was sein.
Familienfeiern, Kinobesuche, Essen gehen, alles wird so geplant und getimt, dass der Hund nicht über Gebühr noch mehr alleine sein muss oder wertvolle Zeit mit uns auch noch am Wochenende verliert. Wir gehen auch mal getrennt zu Einladungen oder einer haut früher wieder ab oder fährt zwischendurch zum Hundegassi und kommt wieder.
Fakt ist: es ist eine absolute Umstellung, gepaart mit der Bereitschaft auch verzichten zu können und manchmal das Gefühl zu haben, sich zu überschlagen. Aber es ist auch etwas, lässt man sich richtig darauf ein, was man nie mehr missen möchte.
Diese Augen, diese nasse Nase, die morgens an meinen Arm stößt oder der warme Atem, der mir ins Gesicht pustet und mir sagt, dass es Zeit ist aufzustehen. Das vertraute Klacken der Pfoten auf dem Laminat. Die Sabberfäden, wenn ich das Futter zubereite. Die glückseeligen Schnaufer nach einem erlebnisreichen Spaziergang. All das ist unbezahlbar und rechtfertigt jeden Stress
