Amy und Jana hat geschrieben:Da überlege ich gerade selber dran

. Ist zwischen uns nicht so deutlich, wie im Zusammenhang mit den Kindern, meinem Mann und anderen.
Wenn wir etwas zusammen machen und ich sage leise "ab" oder "genug", bricht sie sofort ab.
Wenn ich alleine etwas tue, beobachtet sie mich gerne. Wenn unsere Blicke sich treffen, dann merkt sie mir an, ob sie kommen darf oder ob sie stören würde. Je nachdem kommt sie sofort zu mir, oder sie bleibt auf ihrem Platz.
Und bei manchen Tätigkeiten hält sie generell Abstand zu mir. Wenn ich ans Telefon oder den Laptop gehe z.B. . Dabei habe ich sie halt auch immer ignoriert, damit sie auf der Arbeit nicht stört.
Aber wenn sie kommt, dann direkt auf Tuchfühlung, aber dann ist es auch ok für mich.
Bei allen anderen zeigt sie halt, wenn sie was nicht mag und wenn sie nicht reagieren, geht sie weg. Bei mir zeigt sie soetwas nicht, so als wäre ich immer willkommen, egal, was ich mache

.
LG Jana
Klingt danach als ob sie wüsste was Individualdistanz ist. Wäre nur noch die Frage, ob sie sie auch wahrt, wenn sie unbedingt Nähe zu Dir will und Du es nicht willst. Geht es dann auch "einfach" ihr zu vermitteln, dass sie nicht soll...
esiontour hat geschrieben:Wie verhaltet ihr euch in bestimmten Situationen im Alltag um die Individualsubstanz des Hundes zu wahren?
Naja, so ein paar Dinge wurden hier ja schon genannt. Zum Beispiel, wenn der Hund ruht. Oder, für mich auch ganz wichtig, wenn der Hund wegen irgendwas gestresst ist.
Und wie nutzt ihr die Individualsubstanz um den Hund z.B. zu maßregeln?
Naja, eigentlich ganz einfach - tut er etwas nicht bzw. bricht es nicht ab, dann unterschreite ich seine Individualdistanz. Aber immer mit Vorwarnung, damit der Hund immer die Möglichkeit hat es noch abzuwenden - so wie Hunde untereinander sich auch immer diese Möglichkeit einräumen.
actionmichl hat geschrieben:aber wenn ich auf sie zukomme, freut sie sich eigentlich immer (oder ich bin zu blöd ihre signale zu erkennen).
Da wäre die Frage, was Du als Freude interpretierst
Nur als Hinweis: Beim Retriever ist das mit der Indivdualdistanz so ein Ding... Man hat ihnen das Gefühl dafür quasi weggezüchtet. Nein, eigentlich anders: Man hat ihnen das Einfordern und Durchsetzen der Individualdistanz weggezüchtet. Wie beim Beagle auch. Das heißt, ein Retriever zeigt, wenn er es unangenehm findet oft Verhaltensweisen aus dem Verhaltenskreis des Spielens oder "scheinbare" Freude. Ich kenne unzählige Retriever, die wedeln mit der Rute, wenn sie etwas unangenehm finden. Durch ihr züchterisch stark zurückgedrängten Aggressionsverhalten bleibt es dabei. Für den Menschen sehr praktisch, denn daher haben Retriever ihren Ruf "superlieb" zu sein. Sind sie nicht wirklich, sie setzen sich eben nur nicht zur Wehr, sondern nehmen es hin.
Viele Grüße
Corinna