Ich finde die Ansätze von deinem Trainer gar nicht schlecht, aber die Erklärungen dazu....
Erstmal ist dieses "Alphaweibchen"- und "wer-hat-die-Macht"-Getue längst widerlegt, das gibt es in einer Hund-Mensch-Beziehung nicht und hat es auch nie gegeben. Fibi ist ja nicht blöd, ihr ist schon klar dass du kein Hund bist und deswegen seid ihr auch kein Rudel im herkömmlichen Sinne.
Fibi kommt in die Pubertät, ist durcheinander und testet - nicht mehr und nicht weniger. Es kann gut sein, dass sie deine Unsicherheit spürt und deswegen die Sache selbst in die Hand nimmt, obwohl sie damit eigentlich total überfordert ist. Hunde schlüpfen in Rollen, ob sie sich dabei wohlfühlen oder nicht... Gerade wenn Fibi selbst unsicher ist und dann noch merkt, du kannst sie auch nicht beschützen, na dann bleibt ihr aus ihrer Sicht halt nichts anderes übrig, als sich (oder euch) selbst zu verteidigen, denn einer muss es ja tun. Unsicherheit und Beschützerinstinkt schließt sich nicht aus!
Das hat aber nichts mit Alpha oder Beta oder Machtergreifung zutun. Glaub mir, die hat gerade ganz andere Sachen zutun als die Herrschaft über dich zu gewinnen...
Ein Mensch soll kein Alphatier sein, sondern Partner, Vorbild, Beschützer... Jemand, auf den man sich in jeder Situation absolut verlassen kann. Jemand, bei dem man weiß "mit dem an meiner Seite passiert mir nichts", jemand, der souverän ist und Probleme lösen kann.
"Rudel"führer sein ist nicht in jeder Hinsicht ein Privileg, weil es in erster Linie Verantwortung (und zwar über ALLES) bedeutet, und das ist, wie du gerade merkst, keine einfache Aufgabe. Deswegen ist auch nicht jeder Hund bestrebt, diese Position zu erreichen.