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Erste Hilfe

Ratgeber Hund.

Moderator: DF-Mods

Erste Hilfe

Beitragvon flying-paws » 21.07.2008 10:43

Erste Hilfe sollte IMMER wörtlich genommen werden !

Wenn ein Hund eine Verletzung welcher Art auch immer hat oder unter Schock steht, stark tränende Augen, übel riechende Ohren, Schürfwunden am Körper, oder aber, wenn Ihnen an Ihrem Hund irgendetwas eigenartig vorkommt, dann sollten Sie IMMER einen Tierarzt aufsuchen.

Als oberstes Gebot bei einem verletzten Hund gilt der EIGENSCHUTZ.

Selbst der eigene, sonst herzensgute Vierbeiner kann bei Verletzungen aus Angst, Stress oder Schmerzen zubeissen.

Grundsätzlich gilt: RUHE BEWAHREN !

Ist man selbst aufgeregt, überträgt man das auf den Hund.
Deshalb sollte man sich einem verletzten Hund immer vorsichtig und langsam nähern, ihn mit ruhiger Stimme ansprechen und seine Reaktion genau beobachten.

Als erstes leinen Sie den Hund an.
Einige Hunde neigen bei Stress und Schmerzen dazu davonzulaufen.

Vorsichtshalber sollten Sie dem Hund eine Maulschlinge aus einem Schal, einer Krawatte, einer Strumpfhose oder einer Hundeleine anlegen.
Dazu machen Sie eine Schlinge mit Knoten, ziehen die Schlinge über den Fang ( Knoten zeigt nach oben ), die Enden werden unter dem Fang gekreuzt und dann im Nacken verknotet.

Wenn der Hund sich zu sehr wehrt, dann legen Sie die Leine um einen Laternenpfahl, Gartenzaun etc. und ziehen den Hund ganz dicht ran.

geschrieben von: FLUFFY

Erste Hilfe-Set
  • 1 Fieberthermometer
  • 1 Zeckenzange
  • 1 kleine Dose Sauerkraut (wenn der Hund Gegenstände verschluckt hat)
  • 1 kleine Dose Ölsardinen (bei Verstopfung)
  • 1 Schere
  • 1 Pinzette
  • 1 kleine Taschenlampe
  • Mullbinde
  • sterile Wundkompresse
  • Haftstützbinde (selbstklebend)
  • Klebeband
  • lose Watte (zum Abpolstern zwischen Zehen)
  • Pflaster
  • Wundsalbe (z. B. Braunovidon)
  • Wunddesinfektionsmittel (Wasserstoffsuperperoxid 3%)
  • Einmalrasierer
  • Plastikspritze (10/20 ml)
  • Kohletabletten (bei Vergiftung: je nach Größe des Hundes 2—8 Tabletten.
  • Vaseline (Befeuchtung Thermometer, Liegeschwielen)
  • Calcium-Trinkampullen (bei nachgewiesener Bienenallergie)
  • Maulkorb oder breites Band
  • Eispack
  • Höllenstein
  • Notfalltropfen Bachblüten (Rescue-Remedy, bei z.B. Schock)

Telefonnummer von Tierarzt/Klinik in das Set legen bzw. im Handy speichern!



Hinweise zur Beobachtung vom Zustand des Hundes:


1. Rektaltemperatur
Fiebermessen erfolgt rektal, das Thermometer vor Benutzung anfeuchten (Vaseline), ca. 3 min. messen,
Normaltemperatur: 38 – 39° C

2. Atemfrequenz
Bewegung des Brustkorbes: großer Hund 20—30 Atemzüge/Minute
kleiner Hund 30—50 Atemzüge/Minute

3. Pulsfrequenz
Bestimmung:
- am stehenden Hund in der Mitte der Oberschenkelinnenseite (Puls)
- auf der linken Seite hinter dem Ellbogenhöcker (Herzfrequenz)
Normalwerte: großer Hund 80 Schläge/Minute
kleiner Hund 80— 120 Schläge/Minute

4. Schleimhäute
Bestimmung: Farbe der Augen- oder Mundschleimhaut
Normalwerte: rosa-rot, 1 -2 Sekunden

Anmerkung: Jeder Hund hat seine ganz individuelle Temperatur, Atem- und Pulsfrequenz. Daher ist es am sinnvollsten diese bei seinem gesunden Hund nachzumessen um vergleichen zu können.

Verletzungen:

kleine Wunden:
    Haare entfernen
    Wunde mit lauwarmen Wasser reinigen
    Wundsalbe auftragen
    Hund am Lecken hindern

tiefere Wunden:
    keine Wundbehandlung, innerhalb von 2—3 Stunden Tierarzt aufsuchen

Verbrennungen:
    Wunde unter fließendem Wasser mindestens 15 Minuten kühlen
    keine Salben oder Sprays aufragen
    Abdeckung durch sterile Wundkompresse

Fremdkörper in Maulhöhle/Rachen:
Symptome: Speicheln, Kratzen am Fang, Würgen, Schluckbeschwerden
    Fang öffnen
    Beißholz zur Sicherung
    Versuch der Entfernung
    evtl. an Hinterbeinen hochheben und schütteln
    umgehend Tierarzt aufsuchen

Vergiftung:
Achtung: Bei Vergiftung kein Öl benutzen !!!
Vergiftungen treten nicht so häufig auf wie angenommen. Die Diagnose auf Vergiftung sollte nur
erfolgen, wenn man die Giftaufnahme gesehen hat oder Gift tatsächlich nachgewiesen werden kann.
Vergiftungen können auch durch Einatmen und Hautkontakt entstehen.
Symptome:
    starker Speichelfluss
    Erbrechen, Durchfall
    Teilnahmslosigkeit
    Atemnot
    blasse Schleimhäute
    Taumeln
    Krampfanfälle
    Ohnmacht
Erste Hilfe:
bei erfolgter Giftaufnahme: Was, wieviel und wann wurde es aufgenommen?
    Kohletabletten geben (2—8 Tabletten je nach Größe des Hundes), reichlich Wasser anbieten
    sofort Tierarzt aufsuchen
    wenn möglich, Giftquelle sicherstellen
    nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt zum Erbrechen bringen
Vorbeugung:
    beim Spazieren gehen darauf achten, dass der Hund nichts frisst
    Warntafeln in öffentlichen Anlagen beachten

Hitzschlag:
Der Hund ist ein sehr hitzeempfindliches Tier, besonders gefährdet sind kurznasige Rassen. Nur an Pfoten und an der Nase befinden sich Schweißdrüsen in größerer Anzahl.
Kühlung durch Hecheln, Durchblutung der Haut, Schweißdrüsen und Belecken.
Symptome:
    Schwäche
    Taumeln
    Bewusstlosigkeit
    stark gerötete Schleimhäute
    schnelle Atmung
    jagender Puls
Erste Hilfe:
    Hund an kühlen, schattigen Ort bringen
    Abkühlung durch Wasser, nicht mit Wasser übergießen, langsam: zuerst Beine, dann Rumpf und Kopf
    Eisbeutel auf Kopf und Nacken
    Wasser anbieten
Vorbeugung:
    an heißen Tagen ständige Sonneneinstrahlung vermeiden
    regelmäßiges Befeuchten des Fells mit Wasser, nasses T-Shirt überziehen
    wenn der Hund im Auto bleibt: schattigen Platz auswählen (Sonnenwanderung beachten)
    Schiebedach, Fenster öffnen
    Wasser anbieten

Magendrehung
- Insbesondere bei großen Rassen auftretend.
- Mitunter lebensbedrohliche Zustände innerhalb von 30—60 Minuten.
Ursachen:
    Weitestgehend unbekannt, man vermutet Bewegung nach Fütterung und Aufnahme größerer Wassermengen, schwer verdauliches, gärendes Futter

Symptome:
    aufgekrümmter Rücken
    Unruhe
    Würgen, mitunter Schleim ohne Entleerung des Mageninhalts
    Aufgasung
    Kreislaufbeschwerden
umgehend Tierarzt aufsuchen!
Vorbeugung:
    Ruhe nach der Fütterung
    gärendes Futter vermeiden (vor allem in der warmen Jahreszeit)
    mehrere kleine Mahlzeiten

Schock
Ein Schock kann lebensbedrohlich sein! Er kann durch Unfälle, Vergiftung, Verletzungen, Schmerzen,
allergische Reaktionen usw. ausgelöst werden.
Symptome:
    Abwesenheit
    Taumeln
    flacher oder erhöhter Puls
    Schleimhäute blaß oder bläulich
Erste Hilfe:
    Hund warm halten (Jacke/Decke)
    Lagerung: Kopf tief, Hintern hoch
    kleine Mengen Flüssigkeit (je ,/2 Teelöffel Salz und Sodabikarbonat in 11 Wasser) einflößen
    (Gefahr der Austrocknung),nur, wenn Hund aufnahmefähig ist
    Tierarzt aufsuchen

Insektenstiche
Manche Hunde sind allergisch gegen Insektenstiche, so dass sie Medikamente vom Tierarzt brauchen.
Symptome:
    Anschwellen, Rötung
    bei Stichen in Maulhöhle/Rachen: Kratzen der Schnauze, Würgen, Speicheln
Erste Hilfe
    bei Bienenstichen Stachel entfernen
    Kühlung der Einstichstelle
    bei Stichen in Maulhöhle/Rachen den Kehlkopf kühlen
Vorbeugung
    den Hund keine Bienen/Wespen ,jagen“ lassen

Ertrinken
Erste Hilfe
    Tier bei Bewußtsein: sofort zum Tierarzt
    Tier bewußtlos:
    an Hinterbeinen hochheben, auf Brustkorb klopfen (20 sek), dann rechte
    Seitenlage, zum Tierarzt
Vorbeugung
    Hund nicht in fremde Gewässer springen lassen
    beim Schwimmen sehr starke Strömung vermeiden

Atemstillstand
    Ursachen können Schock oder Atemlähmung sein.
Erste Hilfe
    Überprüfung von Herz-/Pulsschlag
    Entfernung von Fremdkörpern in Maul/Rachen
    rechte Seitenlage
    Zunge herausziehen und Fang schließen
    Tier fest in die Nase kneifen — Atmung?

KÜNSTLICHE BEATMUNG
Mund-zu-Nase
    Lippen um Nase legen
    auf Brustkorbhebung achten
    30x pro Minute (2 sek einblasen, 2 sek Nase freigeben)
    nach 1 Minute Kontrolle der Atmung/Puls
    bei kleinen Hunden nicht zu viel Druck

Brustkorbmassage
    mit beiden Händen breitflächig auf Brustkorb drücken
    30 - 40x pro Minute
    nach 1 Minute Kontrolle der Atmung/Puls Tierarzt aufsuchen!

Herzstillstand
Die Ursachen für Herzstillstand können Schock oder Atemlähmung sein.

Erste Hilfe
    rechte Seitenlage
    Zunge herausziehen und Fang schließen

HERZDRUCKMASSAGE
    mindestens nach 3-4 Minuten nach Stillstand beginnen
    Handballen flach hinter Ellenbogen legen
    kurze Stöße auf Brustkorb ausüben (vorsichtig bei kleinen Hunden)
    10x Herzmassage - 3x Beatmung
    nach 1 Minute Kontrolle von Puls/Atmung
    Massage bis zu 30 Minuten durchführen Tierarzt aufsuchen!


geschrieben von Christina & Corinna
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