dragonwog hat geschrieben:Ich denke, die spielerische Variante funktioniert bei Hunden, die darauf selektiert wurden, Stress, Aufregung und Konfliktverhalten über andere Körperregionen als über als das Maul zu regulieren. Das hat man ja bei den Labs, Golden und einigen Spaniels.
Bei anderen Hunden, die Stress durch Kauen und Katschen abbauen, hat man mit der spielerischen Variante oft Probleme, da zuviel Primärmotivation auf der Beute liegt.
Auch Retriever und Spaniels knautschen, wenn sie aufgeregt oder überfordert sind - das hat mit Primärmotivation Beute wenig zu tun.
Spielerischer Aufbau heisst keineswegs, dass die Primärmotivation beim Hetzen liegt - das hat man selber in der Hand. Auf der DVD liegt der Schwerpunkt ganz klar auf dem Bringen. Dazu wird der Welpe immer wieder zum Herkommen ermuntert, und erfährt da viel Zuwendung - noch ohne Apportel. Das macht man in einem Korridor, der sonst nicht viel bietet. Dann erst wird das Spielzeug 1, 2 m in die Ecke geworfen. Der Welpe kann so nirgendwo hin als zurück zum Menschen, wo er viel Lob erfährt. Das Spielzeug wird ihm dabei
nicht sofort abgenommen, er soll das Zurückbringen nicht mit Beute wegnehmen verknüpfen! Wichtig ist auch, das nur ganz wenige Male zu machen, nicht öfters als 2, 3x pro Woche. Sobald der Welpe das Spiel mag, kann man auf etwas offenere Bereiche des Hauses übergehen, und auch anfangen, Ruhe reinzubringen. Diese Ruhe ist wichtig für ein promptes Herbringen ohne Knautschen. Da habe ich auch Fehler gemacht, wie ich jetzt erkenne: ich ging zu schnell vor in zu ablenkende Orte, und habe dann über aufputschende Motivation den Hund zum Bringen gebracht. Hund hat gebracht, aber eben dabei manchmal geknautscht und rumgespielt.
Wenn der Hund mit dem Dummy rumdödelt, einen Schritt zurück in weniger aufregende Umgebung, und weniger oft und lang üben.