Ach, ja, der erste Tag... Mann, waren wir aufgeregt!
Morgens zur Züchterin losgefahren, zweieinhalb Stunden Fahrtzeit. Dort dann den Kaufvertrag unterschrieben, und dann wurde die kleine Wutz, die wir ja schon kennengelernt hatten, geholt. Noch schnell ein Foto gemacht von Lucy auf dem Arm der Züchterin, dann hab ich mich auf den Rücksitz gesetzt, die Züchterin hat mir Lucy reingereicht, nächstes Foto gemacht.
Die Fahrt:Wir waren vorbereitet. Handtuch mit dem Geruch der Mutter auf dem Schoß, Rolle Zewa neben mir. Die ersten 10 km hat Lucy abwechselnd zu mir geguckt - Wo willst Du eigentlich mit mir hin??? - und fasziniert zugesehen, wie schnell die Bäume draußen vorbeirauschten.
Dann hat sie sich auf meinem Schoß zusammengekringelt und gepennt. Ich war aufgeregter als das Welpchen. "Fahr nicht so schnell! Musst Du so dicht auffahren? Musst Du jetzt noch überholen? Der Hund fängt bestimmt gleich an zu kotzen!" Nein. Musste der Hund nicht. Der Hund schlief. Nach einer Stunde haben wir an einem Rastplatz angehalten, weil ich dachte, Lucy muss bestimmt mal. Nein, musste sie nicht (im Gegensatz zu mir, denn ich war ja aufgeregt...). Außerdem waren da soooo viele Leute. Und alle stießen spitze Schreie aus: "Ach, ist die süüüüüß!". Seeehr interessant für kleines Welpchen. Da wurde man sofort wieder müde und konnte für den Rest der Strecke weiterschlafen.
Die Ankunft:Zu Hause angekommen, ging es erstmal in den Garten, Fotoapparat im Anschlag. Jedes Eckchen wurde beschnüffelt. Und endlich: Pipiiiiiiii! Dann das Wohnzimmer kennenlernen. Auch hier wurde in konzentrischen Kreisen jeder Quadratzentimeter beschnüffelt und in Besitz genommen (Ich danke der Züchterin noch heute auf Knien, dass Lucy das Wort "nein!" schon kannte!). Die anderen Räume wurden dann an den nächsten Tagen erkundet.
Ach, war das anstrengend! Jetzt erstmal ins Körbchen und 'ne Runde pennen! Abends dann das erste Happchen.
Zwischendurch immer mal wieder raus in den Garten (auch "Pipi machen!" kannte sie schon, lief ab dem zweiten Tag immer gleich zur Terrassentür.)
Die erste Nacht:Ich glaube, da wurde Lucy zum ersten Mal bewusst, dass Mama und Geschwister nicht mehr da sind.

Das arme Welpchen hat rd. 5 Minuten herzzerreißend geweint, die Nachbarschaft aufgeweckt, um dann erschöpft wieder einzuschlafen. Nachts um drei, Welpchen auf den Arm, Treppe runter, in den Garten, Pipi gemacht, wieder gejammert und weitergepennt. (Zwei Wochen lang mussten wir einmal nachts raus, dann war auch das erledigt.)
Neuer Tag, neues Glück:Die erste Euphorie wich der Unsicherheit, gemischt mit Panik. Warum fiept sie jetzt? Hat sie Schmerzen? Hat sie Hunger? Muss sie mal? Ist ihr langweilig? WAS WILL MIR DAS WELPCHEN SAGEN???? Ich verstehe meinen Hund nicht! Und Lucy guckte uns an, mit Sorgenfalten auf der Stirn, als wollte sie sagen: Was wollt Ihr von mir? Ich verstehe Euch nicht!
Ich habe ungefähr zwei Wochen lang auf jede Regung des Welpchens geachtet, vor lauter Sorge, ich könnte irgendwas falsch machen. Ich war völlig übermüdet, fix und fertig, und hatte das Gefühl, dem Welpchen nicht gewachsen zu sein. Kurz: ich hatte den Welpenblues! Aber nie und nimmer hätten wir die kleine Wutz wieder weggegeben!
Kurz und gut: Man wächst an seinen Aufgaben.

Heute ist aus der kleinen Wutz eine große Wutz geworden, die uns immer noch auf Trab hält. Aber wir wissen heute, was wir voneinander zu halten haben. Und ich möchte keine Minute mit ihr missen... selbst die nicht, wenn ich Lucy mal an die Wand tackern möchte...das kleine Aas.
Ich wünsche Dir, dass die Zeit bis zu Deinem Neuzugang schnell vergeht. Und berichte mal, wie es bei Dir dann so war!
LG, Astrid