hi,
ich hab vor knapp sechs Jahren angefangen zu clickern. Ich clickere so ziemlich alles von Alltagstraining über Verhaltensänderungstraining (Angst, Aggression, AJT) bis Tricks. Hundesport bieten wir keinen an.
Ich würde nicht mit TroFu anfangen. Zu Beginn empfehle ich was hochwertiges, Wurst, Käse, weiche Leckerchen (selbstgebacken, zb. oder Platinum, ab und an mal kleingebröselte Frolic...), Futtertube..., damt der Hund den Eindruck bekommt, Clickern ist ganz was besonderes, da ist sein Mensch supergroßzügig und es gibt viel und sehr leckeres Futter. (Ausser bei Hunden die soooo futtergierig sind, dass die durchdrehen, wenn sie so leckere Sachen sehen. So viele davon hab ich aber noch nicht getroffen

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nach und nach mische ich dann TroFu Bröckchen dadrunter, sodass die etwas den duft und Geschmack der leckereren Sachen annehmen. Je nachdem wo ich clickere, verändere ich dann den TroFu Anteil:
zu Hause = keine Ablenkungen ist es dann so 85-90 % TroFu mit untergemischten und für superleistungen ausgeteilte Superleckerchen
draussen = normale Ablenkung 60-65 % TroFu, 30 % Käse/Wurst, ab und an zur Überraschung Superknallerleckerchen, auch ruhig mal für "leichte" Sachen die aber sehr gut ausgeführ wurden,
draussen = starke Ablenkung 30 % TroFu, 50 % Käse/Wurst, 20% Superduperobergeile Leckerchen, wie Futtertube, Katzenfutterbeutelchen, oder so.
Zum Lernen von "Kreativ Sein" würde ich zunächst immer eine bestimmte Situation aufsuchen, damit verstanden wird "hier soll ich komische neue Sachen anbieten" - ungefähr so wie der Kunstraum in der Schule - da darf gekleckst, geschmiert und rumgebastelt werden während klar ist, dass man in den anderen Räumen der Schule feinsäuberlich in seine Hefte schreibt

Also z.B Du setzt dich auf einen Stuhl in der Küche, wirfst ein Bröckchen, läßt sie das aufsammeln, und clickst IRGENDWAS, sobald sie das Leckerchen gefressen hat, die Belohnung fliegt in eine andere Richtung. Sobald sie das gefressen hat, Click wieder für "IRGENDWAS" - durchaus auch für was ganz anderes als beim ersten Click. Ziel ist, dass sie merkt - in dieser Situation ist fast alles erlaubt, und je verschiedener desto besser - kopfdrehen, Pfote hoch, "Hocken" ("halbes Sitz" = Po schwebt über der Erde), "schweb" ("halbes Liegen" = Bauch schwebt über der Erde) - alles was man so einfangen kann.
Da erarbeitest du quasi einen riesen Haufen Ansatzverhalten. Und wenn sie in dieser Situation anfängt, diese eins nach dem anderen abzuspuhlen, pickst du Dir eins davon raus, und fängst an, das entweder unter Signal zu setzen, oder du benutzt es als Startverhalten für eine Shapingübung.
Ich würde die "Kunstsaal"-Situation aber hauptsächlich dafür benutzen, Kreativität zu bestärken - indem du dich von ihr leiten läßt, und das Verhalten in eine Richtung shapest, die sie vorgibt. Da können manchmal sehr lustige Sachen bei rauskommen.
Um die Sachen dann "aus dem Kunstsaal" zu holen, um damit in von dir gewünschte Verhalten weiter zu Shapen, kannst du die im "Kunstsaal" erarbeiteten Ansatzverhalten in einer anderen Situation (z.B im WoZi, du sitzt auf dem Sofa) weiterbearbeiten.