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Das Unwetter III

Schöne Geschichten.

Moderator: DF-Mods

Das Unwetter III

Beitragvon redbumper » 08.09.2008 15:13

„Ich sehe nichts, aber du hast sowieso die besseren Augen.
Nützt ja nichts, wir müssen näher ran. Wir gehen wieder am Zaun entlang, dann
laufen wir nicht frontal darauf zu und schieben es eventuell noch ins Wasser.“
„Gut, so machen wir es.“
Die beiden Hunde schlugen einen Bogen um zum Zaun zu gelangen und liefen daran
entlang bis sie die umgestürzte Buche erreicht hatten. Und jetzt konnten sie die kleine,
vor Kälte und Einsamkeit zitternde Schnucke im Unterholz ausmachen.
„Ich hol sie da raus. Bleib hier, bis ich sie auf der offenen Fläche habe.“
Schon schlich Chap sich ganz flach machend los.
Er wollte das Schaf,
das nur einen halben Meter von dem Ufer des tosenden Bachs entfernt stand, jetzt
noch nicht fixieren, sondern erst wenn keine Gefahr mehr bestand, dass es durch seinen
Blick in die Fluten gedrückt wurde.
Doch bevor Chap Kontakt aufnehmen konnte,
brach mit einem widerlichen Knirschen der Teil des Ufers weg, auf dem das Schaf stand.
Die Schnucke versuchte sich durch einen Sprung nach vorne zu retten,
bekam aber nur die Vorderbeine auf den festen Untergrund.
Der tobende Bach zog und zerrte an dem Schaf, das in Todesangst
versuchte sich aus dem Wasser zu retten.
Chap raste los um dem immer weiter im Bach verschwindenden Schaf zu helfen.
Doch gerade als er es erreichte und in das Vlies greifen wollte,
wurde das verzweifelt blökende Schaf von einem treibenden, schweren Ast getroffen und
in die Strömung gerissen.

„So eine Scheiße. Was machen wir denn jetzt?“
Doggie stand schnaufend neben seinem verzweifelten Freund.
„Jetzt ganz schnell. Lass uns losrennen und währenddessen beraten.
Wir müssen das Schaf einholen bevor der Bach in den Fluss mündet.
Der ist bei dem Wetter so breit und so schnell, da haben wir keine Chance mehr das Schaf zu erreichen..
Bleiben uns drei Kilometer Zeit. Denk nach, wo ist eine Brücke.
Der Bach ist so hoch, da wird es vielleicht vor das Geländer gespült.“
„Hey, lass uns doch auf den Reitweg wechseln, da können wir mehr Gas geben
und der Weg verläuft bis zum Fluss fast parallel zum Forstbach.“
„Machen wir. Ja, hier geht es schneller voran. Das war eine gute Idee.
Von hier oben haben wir auch eine bessere Sicht. Siehst du was?“
Die beiden Freunde hasteten den Weg entlang, während sie mit den Augen
den tosenden Bach absuchten.
„Ja, ich meine da hinten zappelt was im Wasser, oh wei, fließt das schnell.“
„Ja, jetzt sehe ich es auch. Komm Vollgas, wenn das Schaf in dem Tempo
vor die Brücke geschleudert wird, dann ist es tot bevor es ertrinkt.“
„Stimmt. Sieh mal, wir holen auf, aber es treibt auf der anderen Bachseite,
wir schaffen es doch niemals noch über die Brücke zu rennen und das Schaf zu erwischen,
bevor es aufprallt.“
„Gut, dann zünde ich jetzt den Raketenantrieb und versuche zum anderen Ufer zu springen.“
Chap bog vom Reitweg ab und raste auf den hier mehrere Meter breiten Bach zu.
Mit einem gewaltigen Satz überwand er das tosende Gewässer und landete knapp einen Meter vor der Brücke. Schnell drehte er sich um und suchte den Bach nach dem Schaf ab,
da kam auch schon Doggie angeflogen
und krachte Chap schwer vor die Schulter.
„Was soll das denn du Idiot? Geh aus dem Weg, da kommt der Unglücksrabe schon angerauscht.“
Chap rappelte sich auf und griff dem, wie ein Korken auf dem Wasser tanzenden Schaf in die Wolle.
„So pack doch mit an, du Känguru.“
„Ist ja gut, jetzt hab ich es. Zugleich. Zugleich. Lieber noch ein Stückchen weiter
aufs Trockene, sonst plumpst das trottelige Tier gleich wieder ins Unglück.
So, Geschafft.“
„Gute Arbeit Herr Kollege. Aber warum um alles in der Welt bist du hinter mir her gesprungen?“
„Ich wollte dir helfen. Das war ja auch vonnöten, oder?“
„Und wenn der Schrat, nur vom anderen Ufer zu packen gewesen wäre?
Es wäre doch viel besser gewesen wenn auf jeder Seite einer von uns gewartet hätte, oder?“
„Und wie hätte ich ohne Anlauf zu Dir kommen sollen um mit anzupacken?“
„Über die Brücke?“
„Pfff, Gott ja, so gesehen. Komm lass uns mal gucken wie es Schnucki geht.
Ach, sieh einer an, das wird ja schon wieder, du Pechmarie. So, nun schnauf noch ein Mal ordentlich durch
und dann geht’s heimwärts. Jetzt hast du deinen Kollegen aber richtig was zu erzählen,
oder?“
Der Regen hatte nachgelassen und die Drei marschierten nebeneinander den Abhang hoch. Doggie munter plappernd, häufig untermalt vom fröhlichen Gemecker der kleinen Schnucke, Chap grinsend und hin und wieder über Doggies Weisheiten den Kopf schüttelnd.


Ende
"Eine Krone ist nur ein Hut in den es reinregnet."

Friederich der Große
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redbumper
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Beitragvon staffy » 08.09.2008 16:49

hach Walter ... :smile:
Begegne einer Gemeinheit mit einem Lächeln, es beschützt einen Teil deiner Seele !
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staffy
 
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