Tei II
Der Mann zeigte den beiden Freunden mit vielen Worten und Streicheleinheiten wie froh er war und wie stolz. Und als sie
zum Hof zurückgekehrt waren wurden sie noch einmal ausgiebig gekost und gekrault,
bevor sie endlich in die warme Scheune durften.
In der Scheune versuchten die Hunde sich auf unterschiedliche Weise trocken zu legen.
Chap drückte sich mal mit der linken, mal mit der rechten Seite an den Heuballen entlang,
während Doggie sich derart intensiv und wild wälzte, dass man glauben konnte,
er habe eine neue Kampf Sportart erfunden.
„Nass draußen?“ Panther konnte sich natürlich ihren Spott nicht verkneifen.
„Ach halt die Klappe. Hör mal Chap, meinst Du morgen bekommen wir etwas besonders
gutes zu futtern?“ fragte Doggie hoffnungsfroh.
„Auf jeden Fall. Es hat noch immer eine Belohnung gegeben wenn uns eine sehr
schwierige Arbeit geglückt ist.“
„Super. Dann werde ich jetzt einschlafen mit dem Gedanken an ein Schweine Ohr
belegt mit etwas Katzen Pastete. Gute Nacht Panther.“
Dog machte ein sehr zufriedenes Gesicht und rollte sich zusammen.
Zehn Sekunden nachdem er sich hingelegt hatte, schreckte er aufgeregt hoch.
„Chap wir müssen noch mal raus. Ein Schaf ist noch am Bach.“
„Was? Wie kommst Du denn darauf? So ein Unfug.“
„ Denk’ doch mal nach Chap. Wir haben heute Morgen an den Schnucken geübt
und du hast mir beigebracht, dass man die Schafe nicht zu zählen braucht
um zu wissen, ob eine Herde vollständig ist, sondern dass man sich das Bild der
Herde einprägen muss. Das habe ich gemacht und als wir vorhin die
Schafe auf die Obstweide verfrachtet haben, da war das Bild nicht dasselbe
wie morgens. Und jetzt versuche dich mal zu erinnern, ob ich nicht Recht habe.“
„Okay. Warte.“ Chap überlegte angestrengt. „Nee, ich habe zum Schluss gar nicht mehr
richtig nachgesehen, weil ich so froh war die Herde aus der Gefahrenzone bekommen zu haben und weil ich aus dem Sauwetter kommen wollte.
Unverzeihlich. Aber wo sollte das Schaf uns denn ausgebüxt sein?“
„Ja weiß ich auch nicht. Nein ausgerissen ist uns keins, das hätten wir gemerkt.
Es muss eine andere Möglichkeit geben.“
„Ja die gibt es auch. Wenn das Schaf die ganze Zeit hinter mir war,
so weit hinten im Wäldchen, dass ich es übersehen habe
Dann hat es sich nicht an mir vorbei getraut als ich die Herde vor mir hergetrieben habe und ist lieber in der Sicherheit der Bäume geblieben. So könnte es gewesen sein.
Komm lass uns nachsehen.“
„Machen wir. Panther sag jetzt nichts.“
Und so machten sich die beiden Freunde wieder auf den Weg.
Sie liefen an der Schnucken Herde vorbei auf die Bussardweide und hofften
das einsame Schaf am Gatter stehen und den Kameraden zurufen zu sehen.
Doch die Weide war völlig leer.
„Vielleicht hast du dich doch vertan, Doggie.
und wir rennen ganz umsonst schon wieder durch den Regen.“
„Wird sich zeigen, lass uns das Wäldchen absuchen,
möglicherweise steht es dort.“
Vorsichtig schnürten die beiden Freunde den Hang hinab,
bis Chap plötzlich stehen blieb.
„Warte, ich glaube ich habe die Umrisse erkennen können. Scheißregen.
Ganz unten, direkt am Bach, neben dem Ilex, ist das ein Wolli oder
nur ein Busch?“
Fortsetzung folgt



