DAS TURNIER
Als Chap den Mann und die Frau an einem sonnigen Sonntag Morgen die Treppe runterkommen sah , grinste er Dog an
„ Super, los geht’s, wir fahren zum Turnier.“
„Quatsch, woher willst du das wissen, und was für ein Turnier?
Wollmützen, halbstarke Hornschädel oder Milchbeutel.“
„Ach Doggie, ein Reitturnier steht an, und das erkennt man daran, dass die Frau sich freut und der Mann nervös ist .“
„Ja reitet denn der Mann Turniere, wir sehen doch immer nur die Frau trainieren und den Reitplatz umgraben.“
„Nein, die Frau reitet, und der Mann ist ehrgeizig und nervös.“
„Versteh ich nicht. Und wenn wir auf einem Turnier starten?“
„Ist es genau umgekehrt.“
„Au weia, ist das daneben, und warum freust du dich auf einen Tag mit Gäulen ?“
„Ooh, das ist klasse. Man trifft alte Freunde , und überhaupt viele Hunde, oft gibt es , wenn der Mann Zeit hat, etwas Sport, und dann müssen mal andere Leistung zeigen, nicht immer wir, du darfst bei prima Ritten zuschauen, fachsimpeln mit Kollegen, siehst viele Pferde die ne Menge drauf haben und das Beste ist, der Mann hat dich mindestens 2 Wochen lang noch lieber als sonst
weil er haufenweise Hunde gesehen hat die sich nicht benehmen können. Also reiß dich zusammen..“
„Hört sich langweilig an, Musterknabe,.“
„Warte ab.“
Als die Frau Natsch holen ging, wollte Dog gleich helfen kommen, doch Chap hielt ihn auf und erklärte:
„Nichts da, vor und bei einem Reitturnier werden die Pferde in Ruhe gelassen, sonst gibt es bösen Ärger.“
„ Toll, noch mehr Langeweile..“
"Ach herrje kommst du auch mit Kraftzwerg,
ein Turnier ist auch so schon anstrengend genug.“
„ Dann bleib doch hier Omi und erzahl den anderen Zossen von früher. So können wir günstigerweise einen jüngeren Gaul mitnehmen“
Er wollte noch mehr giften, doch Chap fiel ihm ins Wort.
„Hör auf, Natsch ist empfindlich mit ihrem Alter. Komm wir müssen jetzt ins Auto“
„Aber der Mann ist noch nicht da.“
„Der kommt doch erst später mit dem kleinen Wagen, weil er noch die Tiere versorgen muss.“
Dann sprangen beide Hunde in den Kombi und die Reise ging los.
Auf dem Hängerparkplatz angekommen, ließ die Frau, nachdem sie das Pferd ausgeladen hatte, die beiden Freunde aus dem Auto und drückte jedem einen Kauknochen in den Fang.
Chap trottet mit seinem Knochen auf die andere Hängerseite legte sich hin und begann zu kauen.
„Sehr spannend, das soll toll sein.“ knatschte Dog , während er zu seinem Freund latschte
„Leg dich hin und tu, als wenn der Knochen das Größte für dich wäre.“
„Fällt mir schwer, aber bitte.“
„In Fünf Minuten kommt die Frau heimlich nachsehen ob wir auch artig hier liegen, dann haben wir knapp 40 Minuten Zeit ,die sie braucht um Natsch fertig zu machen und den Paddock aufzubauen .“
Chap hatte den Satz kaum beendet, da bemerkten sie einen Schatten um den Hänger kommen, .Beide Hunde kauten sehr angestrengt ,und bald hörte man wieder wie die Bürste über Natschs Fell glitt.
„Komm,“ flüsterte Chap und erhob sich, „ pass auf dass der Hänger uns verdeckt.“
Nun schlenderten sie gemütlich über den Patz ,trafen andere Hunde, hörten fremde Geschichten und erzählten Eigene. Dog machte mit dem einen oder anderen Jungspund ein kurzes Kräftemessen ,Chap hörte sich Erfahrungen von reiferen Hütekollegen an und gab Jüngeren Tipps. Der Ältere lief vorneweg während der Jüngere sich oft vertrödelte. Der Schwarz-Weiße hörte seinen Freund noch hinter sich reden, als er einen alten Bekannten sah.
„Hallo Rex.“
Der Schäferhund der im Schatten eines Hängers lag stand auf und fing bedrohlich an zu knurren.
„Ich werde dich verhauen, Arschloch, ich krieg dich, .Drecksack, dann geht es dir schlecht, Hüttrottel.“
„Dein beklagenswerter Wortschatz spiegelt deinen gleichfalls beklagenswerten Geisteszustand, mein Lieber.“
„Das langt.“ Der Schäferhund sprang mit gebleckten Zähnen auf Chap zu, der sich keinen Millimeter bewegte, gleich würde er dem Border Collie den Nacken aufreissen, doch zehn Zentimeter vor Chaps Gesicht war die Leine zu Ende und Rex dessen Zähne lautstark in der Luft zusammenklappten wurde durch den Ruck umgerissen und fiel auf die Seite
„Du musst deinen Zahnstein entfernen lassen und dein P1 hat ein Loch.“ sagte Chap, „Außerdem solltest du lernen dass deine Leine genau 3,22 m lang ist, .War sie im letzten Jahr auch schon ,da hast du die Nummer drei mal gegeben.
Bis zum nächsten Mal.“
Er ging langsam weiter ,drehte sich aber um, als er hinter sich eine Stimme krähen hörte
„Warte Kumpel, ich komme ja schon. .“ Doggie kam im Höchsttempo hinter seinem Freund hergerannt und erreichte Rex unglücklicherweise gerade als der sich wieder aufrappelte. Mit einem kurzen „WEG DA“ rammte Dog den Schäferhund aus dem Weg ,der sich dreimal überschlug. Kaum außer Atem stand der Rote neben seinem größeren Freund und fragte“
.
„Was wollte der Knallkopf von Dir?“
„Das was er von allen Lebewesen will, ihnen wehtun, das hat nicht speziell etwas mit mir zu tun. Sein Mensch glaubt, dass vor seinem Hund alle Angst haben müssen, und hat ihn für jede Aggression gelobt. Tja, und dann kommt ein Wesen dabei raus, das immer Streit sucht.“
„Aber man kann sich doch auch gegen seinen Mensch auflehnen“
„Ist schwer, Rex konnte es jedenfalls nicht. Ich finde den Namen lustig, als der Mann mal Besuch hatte, saßen die Menschen im Haus in dem ganz großen Zimmer und ich lag dabei, dann wurde der Lichtkasten angemacht und fünf verschiedene Hunde, die alle Rex hießen, sprangen herum, nur nie alle auf einmal. Sie machten ganz normale Sachen, einer spielte den Aggressiven, einer den Freundlichen und so weiter, jeder führte irgendwas vor, ganz nett, aber auch nichts Weltbewegendes, doch der Besuch konnte sich vor Begeisterung nicht lassen, wie toll die Rexe handelten, nur unser Mann war gelangweilt was man ihm deutlich anmerkte. Und du, hast du dich genug geprügelt ?“
„Ooch nur ein ganz bisschen, und ich hab auch gar nicht angefangen.“
Lautes Schweigen.
„Nee wirklich die haben mich alle provoziert.“
„Alle? Wie oft hast du dich gehauen?“
„Weiß nicht, paar mal.“
„LOHOS, wie oft?“
„Sieben mal“ die Antwort kam sehr leise.
„Sieben mal, .in guten zwanzig Minuten. Wie geht das denn? Mal ne Prügelei versteh ich ja. Ist nicht schlau, aber verstehe ich. Aber jeden Hund, den du triffst,
vertobacken ? Warum denn nur ? Und wie haben sie dich provoziert? Haben sie unbotmäßig die linke Augenbraue hochgezogen ?“
„ Ja das kam vor, und auch die Rechte. Und ich hab 15 Hunde getroffen und mich nur sieben Mal geprügelt.“
„Klasse die anderen 8 waren sicher Mädchen .“
„Nein sieben waren Mädchen, Ich habe mich einmal mit Zweien gehauen, deshalb 8 Rüden, aber das zählt nur als eine Klopperei.“
„Ooh Gott, du hast dich mit jedem Kerl angelegt den du getroffen hast. Na das wird ja noch ein toller Tag werden , wenn wir die noch mal treffen gibt es doch kübelweise Zoff.“
„Ich denke das wird nicht passieren, als ich ging waren sie alle sehr höflich.“
„ Noch mal für die hinterste Synapse, du hast 7 stattliche...“
„Acht“
„Ja doch, acht erwachsene Arbeitshunde langgemacht? In der kurzen Zeit. Beim großen Wiston Cap, wie kam es dazu?“
„ Ich habe mich immer nur korrekt vorgestellt, schon ging der Ärger los. Du siehst, ich bin gänzlich unschuldig .“
„ Du hast dich also vorgestellt. Dann gib mal den genauen Wortlaut wieder.“
„Ich habe jeden Hund folgendermaßen begrüßt: „Achtung, kneift die Pupette zusammen, auf dass ihr nicht vor Schreck die Analdrüsen entleert, wenn ihr Doggie dem Hütegott gegenübersteht.“
„Gnade, hast du überhaupt eine Ahnung was du da verzapft hast?“
„Nö, eigentlich nicht, aber Panther hat gesagt, ich soll mich bei anderen Hütehunden mit diesem Satz, als einer der Ihren zu erkennen geben.“
„Bitte denk doch mal nach, woher soll Panther Arbeitshunde kennen, die hat doch noch nie unser Tal verlassen, und sie ist eine Katze, sie hat dich verarscht, egal wie gern sie dich hat, einem Hund einen Streich spielen bedeutet ihr eine Menge.“
Der rote Hund sah geknickt und traurig aus der Wäsche, mit hängendem Kopf trottete er hinter seinem schwarz-weißen Freund her, der meinte.
„ Wir sollten zum Hänger zurückgehen,.“
„Chahap“ Dogs Stimme klang unendlich traurig, „Warum macht Panther so was mit mir ?“
„ Habe ich doch gesagt, weil sie eine Katze ist.“
„Aber ich dachte doch“ sie mag mich.“
„Tut sie doch auch, aber sie kann nun mal beides, dich doof aussehen lassen und doch mögen.“
„Machen Hunde auch so blöde Sachen?“
„Nein, eher nicht, die meisten Hunde stehen, wenn sie dich einmal ins Herz geschlossen haben, bedingungslos zu dir.“
„So ein Glück.“



