„Irgend etwas stimmt nicht.“
Chap blickte auf den Abreitplatz.
„Natch guckt immer zu uns hoch. Was soll das?“
„Bestimmt ist sie nur aufgeregt weil sie gleich startet.“
„Blödsinn, hampelig und widersetzlich, das ist sie manchmal,
aber nervös eigentlich nie.
Ich habe auch so ein Kribbeln im Nacken.
Ich weiß nicht was, aber irgendwas stimmt nicht.
Denk mal nach. Ist Dir auf dem Weg etwas aufgefallen?“
„Ach mach doch nicht so ’ne Welle. Jetzt haben wir mal frei
schon suchst Du das nächste Problem.“
„Halt die Klappe.“
„Ach ist doch wahr, wir haben hart..“
„Hältst du jetzt den Rand? Ich kann mich bei Deinem Gebrabbel nicht konzentrieren.“
Chap ging ein paar Schritte beiseite und setzte sich hin um seine Gedanken zu ordnen.
Plötzlich sprang er auf.
„Ich hab’s. Der Heini von Danny hat kein Fenster offen gelassen.
Los komm mit.“
„Echt nicht? Boah, so’n Arsch. Wahnsinn dass Du Dich daran erinnern konntest.“
Die beiden Hunde rannten mit Höchstgeschwindigkeit zurück zu dem Pickup.
„Hey, Du hattest wirklich Recht. Alles verrammelt.
Wenn ich das Schwein erwische.“ Doggie war stocksauer.
„Und, Was machen wir jetzt?“
„Erstmal auf die Ladefläche springen und sehen wie es Danny geht.“
Die kleine Hündin hatte sich auf dem Beifahrersitz zusammengerollt und atmete
schwer. Chap sah durch die hintere Scheibe.
„Danny wie geht es Dir?“
„Oh Ihr seid es. So ein Glück. Es geht mir nicht so gut. Es ist schrecklich heiß
hier drin und ich glaube die Luft wird knapp.“
„Kannst Du die Tür nicht von innen aufmachen?“
„Nein, ich habe schon alles probiert. Das klappt einfach nicht.“
Doggie sprang mehrmals wütend gegen die Scheibe.
„Verdammter Mist. Das bringt auch nichts. Wir sollten die Frau holen.
Los Chap, hau rein, auf Dich hört sie.“
„Dauert zu lange. Bis zum Reitplatz laufen, überzeugen,
wieder hierhin zurück laufen, bis dahin ist Danny erstickt. Es muss anders gehen.“
„Ja aber wie denn. Guck mal sie jappst immer schlimmer.“
„Überleg Dir was. Du kriegst doch sonst alles kaputt was besser heile geblieben wäre,
hier darfst Du mal zeigen was Du kannst.“
Doggie lief mit gesenktem Kopf und vor sich hinbrabbelnd auf der Ladefläche herum.
„Das geht nicht. So ein Mist.
Halt. Moment mal. Das könnte klappen.“
Er nahm einen Führstrick mit einem dicken Panik-Karabiner-Haken auf und
rannte damit zu Chap der Danny beobachtete.
„Egal was Du vorhast, mach schnell. Sie klappt gleich zusammen.“
„Ja doch. Los geh runter, damit ich Platz habe.“
Doggie fasste das Seil in der Mitte, stellte sich auf die Hinterbeine
und lehnte die Vorderbeine an die Scheibe.
Dann ruckelte er den Strick kräftig hin und her als wenn er ein Beutetier tot schütteln würde. Der schwere Haken krachte mehrmals auf das Dach des Wagens und hinterließ einige Beulen.
„Ach verdammt, ich habe zuviel Spiel gegeben.“
Der rote Hund fasste den Strick kürzer und schlug ihn sich noch einmal wild um die Ohren.
Mit lautem Klirren zersplitterte das Glas als der Karabiner auf die Mitte der Scheibe traf.
Und die Alarmanlage ging los.
„Irre. Ganz toll mein Freund. Du hast es geschafft. Komm Doggie wir holen Danny da raus.“
„Das darfst Du machen. Ich lege mich einen Moment hin.
Ich habe Kopfweh.“
„Hast Dich das Teil auch getroffen?“
„Ja sicher. Was denkst Du denn? Das nächste Mal wenn ich mir so eine Vorrichtung um die Ohren haue setze ich besser einen Helm auf. Jetzt geh Deine Freundin retten großer Denker.“
„Ist gar nicht nötig. Hier bin ich schon. Ihr seid meine Helden. Hui, das war knapp.“
Danny lief zu dem im Schatten des Autos liegenden Doggie und leckte ihm über die Schnauze.
„Mein Gott bist Du ein Muskelpaket. Niemand außer Dir hätte das geschafft.
Vielen Dank.“
„Ja, äh, nun. Ich äh, ja also ich äh.“
Chap glaubte, dass sein roter Freund sehr froh über seine Fellfarbe war,
und er kam ihm ein wenig dunkler vor als sonst.
Mittlerweile liefen viele Menschen zusammen um zu sehen weshalb die Alarmanlage kreischte.
Die drei Hunde schlenderten in den Schatten eines nahen Baumes und betrachteten belustigt
das Durcheinander. Nach einiger Zeit kamen Natch und die Frau vorbei gebummelt
„Hey, was hast Du gemacht Großmütterchen?“
Doggie war neugierig.
„Den Zweiten, Rotznase.“
„Gratuliere. Du bist recht rüstig, will mir scheinen.“
„Und Du nicht so doof wie ich gedacht habe.“
Nachdem sie Natch in den Paddock gebracht hatte kam die Frau zurück, besah sich den Pick Up, kletterte auf die Ladefläche, untersuchte die Scheibe, betrachtete den Führstrick und
fuhr mit den Fingern über die Bissspuren.
„Chap, denkst Du sie weiß was passiert ist?“
„Sieht so aus. Sonst hätte sie Deinem Chef wohl keine geknallt, oder Danny?“
„Ja, ein ziemliches Pfund. Und was wird jetzt aus mir?“
„Du kommst mit uns, wurde scheinbar soeben beschlossen.
Los geht’s; die Chefin hat gepfiffen.“



