Ohje, Dani, da hätte ich auch Bammel vor den Ergebnissen...
Ich muss mir hier, glaube ich, mal ein bisschen Frust von der Seele schreiben. Ganz ehrlich, Leute, momentan würde ich diesen Hund immer öfter nur allzu gern an die nächsten Straßenlaterne binden und gehen
Er ist so anstrengend geworden, diese Momente, in denen man lächelt und denkt, und ich hab ihn doch schrecklich lieb, werden seltener.
Er altert einfach in merkwürdiger Art und Weise, nicht wie die Hunde, die ich kenne, die allgemein langsamer, schlurfig und ein bisschen schwer von Begriff werden. Er scheint irgendwie jegliche Barrieren abzubauen, die er je gelernt hat. Sobald er etwas nicht darf, wird lautstark protestiert und zwar so lange, bis er in irgendeiner Form seinen Willen kriegt. Das ist auch das Hauptproblem, denn diesem Hund scheint in letzter Zeit gar nichts mehr zu passen, was man von ihm will und wenn es nur die Tatsache ist, dass wir die Küchentür anlehnen, wenn wir essen, während er draußen ist. Das passt ihm nicht und er fängt an zu jammern. Sobald die dösige Tür offen ist, ist alles in Butter, auch wenn er trotzdem nicht rein darf. Es geht nur um die Tür.
Bei Besuch fängt er regelrecht an zu schreien vor Aufregung, springt wild um die Leute herum und fällt dabei ständig hin, weil er ja auch immer weniger Gefühl in den Hinterläufen hat.
Er hört ja sowieso sehr sehr schlecht, aber ich bin ja auch nicht doof und merke, wenn er mich gehört hat. Beispiel: wenn wir draußen sind und ich ihn auf mich aufmerksam machen will, klappere ich laut mit dem Griff von der Flexi. Daraufhin dreht er sich eigentlich um und bleibt stehen - bisher. Neuerdings dreht er vielleicht kurz den Kopf oder bleibt auch kurz stehen und guckt mich an. Und dann läuft er einfach weiter
Generell ist bei ihm kein Kommando mehr durchzusetzen, ohne ihn dafür anzuschnauzen. Ich will nicht immer schimpfen, ich würde total gern einfach nett und freundlich mit ihm umgehen, das würde dann aber bedeuten, dass ich auf jegliche Möglichkeit verzichten muss, ihn zu lenken und das fängt schon dabei an, dass er einem ständig vor den Füßen herschleicht, er läut nicht einfach, sondern geht drei Schritte und bleibt stehen, um einen anzuglotzen, so lange bis man ihn dann anpampt, er soll gehen oder ihn wegschiebt, was dann natürlich auch ganz furchtbar schrecklich ist.
Es war ja vorher schon schlimm, weil ich mein komplettes Leben umkrempeln musste, da er nicht allein bleibt. Betreuung kann ich entweder nicht bezahlen oder er ist dort einfach nicht kompatibel ( keine Kinder, keine anderen Haustiere und schon gar keine Hunde, keine Fremden....), also bleibt mir nichts anderes übrig, als mich nach ihm zu richten und das hat mein Studium bereits an den Rand des Scheiterns gebracht. Aber bisher habe ich trotz des vielen Ärgers immer denken können, komm, du hast die Verantwortung übernommen, da musst du durch, das geht schon irgendwie. Nur jetzt.... ich weiß auch nicht, ich empfinde keine Freude, wenn ich ihn sehe, ich finde ihn eigentlich einfach nur noch anstrengend
Es würde mich interessieren, wie ihr darüber denkt, ich erwische mich nämlich so langsam dabei, dass ich mich frage, wie lange dieser Zustand wohl noch andauert und erschrecke mich dabei echt über mich selbst...