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Ballspielen fördert jagdtrieb?

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Moderator: DF-Mods

Beitragvon Fusselflitz » 03.06.2010 19:22

staffy hat geschrieben:
@Fusselflitz
Ich wüßte keinen, der dir nicht Auskunft geben kann. Sei es Feddersen-Petersen, Gansloßer, Bloch, Grewe, .... frag doch mal jemand mit fachlichem Hintergrund.

Gruß, staffy


Achso und Donaldson hat keinen fachlichen Hintergrund? Und McConnell auch nicht?

Was bringt mir ein in die Manege geworfener Name, gib mir ne ISBN der Arbeit, in der der Zusammenhang zwischen Ballspiel und gefährlichen Übergriffen auf Tiere oder Menschen durch jagende Hunde wissenschaftlich untermauert werden.. Oder verlink mir die entsprechende Arbeit oder whatever...

WO genau und in welchem Kontext behauptet z.B. Bloch das? Das würde mich sehr interessieren. Oder Feddersen-Petersen... hat sie nicht geschrieben "Verhaltensgerechte Behandlung bedeutet, dass dem Tier das Recht zugestanden wird, bestimmte angeborene Verhaltensweisen zu entwickeln und anwenden zu duerfen"...
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Beitragvon schnauzermädel » 03.06.2010 20:38

@silvie-p

Und genau das kann ich z.B. bei meinen Hunden nicht feststellen.

Entweder sind sie sehr offen und "anfällig" für Bewegungsreize, dann sind sie das aber immer und werden von jedem Reiz, der sie mehrmals ins Hetzen gebracht "angefixt" oder sie sind deutlich weniger interessiert.
Wenn ich nun einen bestimmten Reiz, z.B. den Ball, ganz stark etabliere, dann kommt es dabei nicht zu einer höheren Bereitschaft bei anderen Reizen.
Recht deutlich sieht man das an unserem Kleinteil. Das kennt weder geworfene Bälle, noch Zerrspiele. Von Welpe an hat es extrem auf Bewegungsreize reagiert. Einzelne Blätter, die über das verschneite Feld geweht wurden, die waren herrlich. Kleinere Vögel im Garten sind auch beliebte Jagdobjekte, Stadttauben ließen das kleine Viech mitten in der Fußgängerzone völig abdrehen und jodeln. Alles Dinge, die ihr bei uns von Anfang an begegneten.
Und dann kam, was kommen musste. Der erste nebem dem Weg aufgestöberte Fasan, der über eine frisch geleerte Heuwiese sehr niedrig in die nächste Deckung flog. Der Hund hat zum Ansetzen zur Verfolgung mehr als 4 Sekunden gebraucht, er stand erstarrt da, man sah den Kopf förmlich rauchen.
Heute, mindestens 80 Fasane später, ist sie genauso schnell und interessiert, wie bei Stadttauben oder kleinen Vögeln im Garten. Und dank viel Übung klappt auch das Abrufen. ;)

LG
das Schnauzermädel
Wer die Dunkelheit fürchtet, kennt die Grausamkeit des Lichtes nicht.

Es ist gut zu wissen, dass der Hund an sich gar keine Fehler zu machen in der Lage ist. Er reagiert höchstens anders, als wir es wünschten und erhoffen.
(Helmut Kettelake)
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Beitragvon silvi-p » 03.06.2010 21:03

hm, schnauzermädel....

ich verstehe, dass du sagen willst, das kleinteil (:D) hat schon die veranlagung gehabt und sie nur noch von den blättern auf die fasane übertragen. Richtig?
Ich bin der meinung, dass der Ball das Blatt ersetzen kann. Also dass man klein-welpi durchaus heiß auf Bewegungsreiz machen kann, wenn man ihm das per Ball beibringt und er (als Welpe ganz natürlich) Spaß dran findet und wie du sagst "angefixt" wird. Ich glaube, Hund wird dann von immer mehr Bewegungsreizen zu einer Reaktion gereizt. ich könnte mir halt vorstellen, dass da hormone ausgeschüttet werden und der hetztrieb rauskommt.

Aber gut, ich hatte noch keinen so extremen welpen wie dein kleinteil, und meine beiden stehen nicht oder nur eingeschränkt auf bällchen, daher ist das bei mir rein hypothetisch.
Daher halte ich mich jetzt zurück, hab ja keine wirklichen Nachweise.

Grüßle
Silvia
silvi-p
 
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Beitragvon schnauzermädel » 03.06.2010 21:17

Ich habe ja auch keine Nachweise. ;)

Ich gehe nur von dem aus, was ich bei meinen Hunden sehe.
Die einen sind eh nicht sonderlich interessiert, die bekommt man allerhöchstens dazu, weil es ihnen gefällt, etwas gemeinsam zu tun, das dem Menschen gefällt.
Und die anderen, die reagieren eh auf jede Bewegung, anfangs noch zögerlich, mit jeder weiteren Begegnung mit dem neuen Reiz aber immer sicherer und immer schneller. Später reicht der Anblick des Objektes schon um den Hund in Erregung zu versetzen.
Aber die einzelnen Reize werden auch jeweils einzeln gelernt.
Meine Riesenhündin ist Bewegungsjunkie. Als "Ruhrpottkind" kennt sie in erster Linie Kaninchen. Da reicht der bloße Anblick in weiter Ferne und sie würde, wenn sie dürfte, durchstarten. Dann kam der Umzug aufs platte Land. Kaninchen haben wir hier kaum, aber dafür Hasen..., auf jedem Feld mindestens 3. Es hat mehrere Monate gedauert, bis die Hündin sich auf Hasen umgestellt hatte und jetzt auf eine Hasensichtung genauso reagiert wie auch Kaninchen. Gejagt hat sie übrigens keinen Hasen mehr als 3 Galoppsprünge weit und auch nur sehr selten, meist sehe ich die zuerst, "angefixt" ist sie trotzdem.

LG
das Schnauzermädel
und sorry für das e zuviel :ops:
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Beitragvon hollek » 04.06.2010 03:47

DIESEN Spruch habe ich damals auch gehört. Und mein Airedale Terrier-Mix hat die ersten vier Jahre keinen Ball, Frisbee, Stöckchen, usw. zu Gesicht bekommen. Wollte den vererbten Jagdtrieb ja nicht auch noch fördern. Hat aber alles nichts gebracht!
Dann wurde mir gesagt, dass der Hund gerade mit solchen Spielen seinen Jagdtrieb ausleben kann und dadurch die Interese an echtem Wild verliert. Hat auch nichts gebracht!
Mit sehr viel konsequenz und Training kommen wir mittlerweile ziemlich gut zurecht (nicht ganz 100%ig). Und er ist inzwischen auch schon 7 Jahre alt und allgemein sehr viel ruhiger geworden.

Wie schon erwähnt wurde, es kommt viel auf die Rasse an.

Mein Ratschlag: Vor der Anschaffung des Hundes mal kurz von einem profesionellen Hundetrainer aufklären lassen!

Sehr viele Leute machen immer wieder den Fehler und entscheiden nach dem Aussehen des Hundes. Siehe Jack Russel, Beagle und andere reine Jagdhundrassen. (Ich spreche ja aus Erfahrung) Ein Fehler, den ich garantiert nicht noch mal machen werde!

Es möchte doch jeder ohne Angst vor Problemen (oder Angst um den Hund) seinen Hund draussen von der Leine lassen können. Oder?

Und Erziehungsmethoden, wie sie die meisten Jäger benutzen, (Stachelhalsband, Stromhalsband, Gewalt...) wollen wir bei unseren Lieblingen doch auch nicht anwenden!!!

Also vor der Anschaffung genau informieren!!!!!
hollek
 
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Beitragvon Gast » 04.06.2010 10:36

Gut find ich die Leute (absolute Hundekenner *g*) die immer zu mir sagen:

Ach ein Border Mix? Na der jagt ja wenigstens nicht sondern hütet vielleicht nur :lachtot:
Gast
 

Beitragvon Julaila » 04.06.2010 10:57

Titschie hat geschrieben:
Ach ein Border Mix? Na der jagt ja wenigstens nicht sondern hütet vielleicht nur :lachtot:


hmmm, zu mir hat mal eine (auch Hundekennerin) gesagt, mein Hund ( ein Labbi Border Mix) wäre halt kein Beagle und somit leicht zu handeln :gut:

-->aaaalso null Jagdtrieb, wenn dann ein eher ausgeprägter Hütetrieb :hust:
Julaila
 
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Beitragvon flying-paws » 05.06.2010 11:27

@staffy: :2thumbs:

Was bei der Beschreibung vom kompletten Jagdverhalten im Bezug auf unsere Rassehunde noch bedacht werden muss ist, dass natürlich das Jagdverhalten für unsere Zwecke entsprechend geformt wurde.

Daher stürzt sich ein Jagdterrier auch "blind" auf ein sehr werhaftest Tier (und trägt nicht gerade selten üble Verletzungen davon, die der Mensch ja wieder flicken kann...). Bei anderen Rassen wie dem BC sieht man dagegen, dass er sehr gut taxiert und Verletzungen meidet. Ihm geht es ja auch nichts ums Zupacken, sondern darum, dass Tier (wie Silja schon beschrieb) wieder in Bewegung zu bekommen.

Manche Hunde zeigen bestimmte Sequenzen des Jagdverhaltens gar nicht, dafür sind viele Sequenzen total "übertrieben" vorhanden.

Wie auch immer, es gibt so gut wie keinen Rassehund, der ein völlig "intaktes" Jagdverhalten hat wie es in der Natur vorhanden wäre (durch Selektion).

Allen Gebrauchshunden ist aber eines gemeinsam: Null Gefühl für das Maß der Dinge. Sie jagen mehr als es nötig wäre und hören auch nicht auf, wenn es an die Substanz geht.

Viele Grüße
Corinna
Freundschaft macht das Schwere einfach, das Trübe klar und das Alltägliche wundervoll.

Du bist unvergessen.
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Beitragvon asterix99 » 06.06.2010 10:54

Interessanter Fred :D

Ich habe zwei unterschiedliche Kanidaten.
Dusty, Windhund-Mix, großer Jäger, von klein auf, viel wurde von uns versemmelt, sie mußte 7 Jahre an der Leine gehen, da ihr Jagdtrieb nicht mehr kontrollierbar war.
Dusty findet Bälle, Jogger, Autos, Fahrräder, Vögel zum Gähnen.
Aber Hasen, Rehe, Kaninchen, Katzen sind bei ihr sofort ein Auslöser.
Ab und an konnte man sie zum Fußballspielen animieren, aber ein Fan war sie nie davon. Auch alle anderen Hetzspiele, fand sie zum Gähnen.

Bibo ist ein Jäger, der nur Katzen und Krähen jagt. Natürlich darf sie das nicht, aber das sind die einzigen Lebewesen, die den Jagdtrieb auslösen. Und Madam liebt ihren Ball heiß und innig. Früher haben wir oft damit gespielt und bei ihr hätte der Ball auch in eine Horde Kaninchen fallen können, sie hätte sich den Ball geschnappt und hätte die Karnickel ignoriert.
Madam hat schon neben einem Kaninchen am Grashalm geschnüffelt, während das Karnickel genüßlich gemampft hat und Dusty einen halben Herzinfarkt hatte :lol:
Also, ich kann für meine Hunde sagen, nein, Ballspielen fördert nicht den Jagdtrieb :D

Grüzzle
Bianca
Viele Grüße von
Bibi und Bibo und Dusty in unseren Herzen (+16.05.11)
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Beitragvon Schäferschnauze » 07.06.2010 23:50

chili's jagdtrieb hat der ball gefördert - nach dem ball. :D

hätte sie die wahl zwischen hasi und balli würde sie zu 1.000 %iger wahrscheindlichkeit dem ball nachjagen.

jagen interessiert sie gar nicht :???:
Liebe Grüsse von Frauli mit Chili

!!! Die Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg !!!
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