Mein Anjou ist jetzt 7 Monate und ich laste ihn immer noch nicht aus

Das erledigt sich ganz von alleine. Draußen schnüffeln, Eindrücke aufnehmen, ein bis zwei mal die Woche Runden mit anderen Hunden, toben, rennen, spielen.
Zwei mal die Woche geht er mit zum Babysitten. An den Tagen gibt es nichts anderes, das plättet ihn total. Überhaupt braucht er an Tagen mit vielen Eindrücken nichts sonst.
Ganz selten fliegt mal ein Spieli zur Impulskontrolle oder Belohnung. Höchstens zwei, drei Mal. Selten gibt es mal ein Zerrspiel. Und ab und an wird geclickert, aber bisher hauptsächlich Kommandos, die für den Alltag nützlich sind (jetzt schon eine ganze Weile das "hinter" mich, weil ihm das total widerstrebt, dauert das ziemlich). Geclickert wird dann auch nur wenige Minuten.
Wir werden jetzt ganz langsam mit Longieren anfangen. Aber nur ab und an und unsere erste Einheit hat 2, 3 Minuten gedauert. Danach ist die Konzentration völlig raus. Da geht es auch weniger um Auslastung, als um Bindungsarbeit. Nicht, dass wir die wirklich bräuchten, aber ich finde das einfach super förderlich und gucke eben, ob er es annimmt die Grundlagen schon kennen zu lernen.
Er zeigt aber auch sehr deutlich, wenn Ende ist, weil er noch schnell hoch dreht.
Hier gibt es noch nicht mal drei richtige Runden am Tag, wie es später der Fall sein wird (natürlich nicht alle gleich lang). Im Moment geht es zwar noch ca. 5 mal am Tag raus, aber das ist dann nur vor die Türe Pipi machen. Nur eine Runde davon ist eine Richtige, in den Wald, zu anderen Hunden, in Ecken mit vielen Leuten zu Übungszwecken, zur Toberunde mit anderen, zu einer Runde mit Training wie zum Beispiel abrufen mit Superleckerli ODER Impulskontrolle ODER gezieltes Anti-Aufsammeltraining etc. Ansonsten geht es abends noch mal knapp 10 Minuten, vielleicht 15 an der Leine zur Straßenrunde im Dunkeln, weil er da immer schneller angespannt ist, ist es eine Art "Trainingsrunde", weil ich eben besonders darauf achte, dass er sich nicht in die Leine schmeißt, anschlägt oder sonst was.
Nach wenigen Tagen hatte er verstanden, dass zu Hause Ruhe ist. Dafür habe ich ganz wenig, kurz und gezielt mit dem Kennel gearbeitet. Seit dem habe ich den zu Hause nicht mehr gebraucht.
Wenn wir hier rein kommen ist Ruhe und er schläft fast nur. Auch wenn ich mal nen Tag an dem er gesund ist nur Zeit für Pipirunden habe (oder das gezielt probiere, damit er es "lernt"), wird hauptsächlich geschlafen oder er beschäftigt sich ruhig selbst.
Ich habe gestern das erste mal das Gefühl gehabt, dass er sich langweilt. Er war krank und wir haben drei Tage nichts gemacht, wirklich nur zum Pipi machen raus (ich hatte zwei Tage davon auch noch Blockseminar und er war bei meinem Freund). Gestern war er dann wieder fit, aber weil abends eine Toberunde mit mehreren Hunden geplant war, wollte ich tagsüber nichts Großes machen. Gestern nachmittag hat er dann ein kleines Steinchen im Wohnzimmer gefunden und im Liegen durch die Gegend geschnipst oder angeschnaubt

Vorher gab es so einen Moment noch nie

Also, lerne deinen Hund zu beobachten und fahre nicht "auf Verdacht" hoch. Die Umwelt und der Alltag bieten euch noch eine ganze Weile genug

Du lernst deinen Hund schnell kennen, ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie sehr schnell und vielfältig zeigen, dass es zu viel wird, bis ich da das Maß gefunden hatte und es jetzt nur noch von Zeit zu Zeit gezielt Stresssituationen aussetze, weil er damit umgehen lernen muss. Und du wirst dich wundern, wie lange es braucht, bis dein Hund wirklich mal zu wenig hat (so lange er jung ist). Arbeiten kann man noch früh und lange genug
