Hallo Simone,
ich arbeite in einer Behinderteneinrichtung und nehme meinen Hund auch mit zur Arbeit. Unsere Leitung ist sehr "hundefreundlich" eingestellt und obwohl mein Hund kein ausgebildeteter Therapiehund ist, wird mir aufgrund meiner (Hunde)erfahrung vertraut und es gab auch bisher keinen Grund, dieses Vertrauen in Frage zu stellen
ABER:
Die Anforderungen an einen Therapie bzw. Besuchshund hinsichtlich seines Wesens und Verhaltens sind hoch! Du wirst ja deinen Hund am besten kennen und trotzdem mußt du IMMER auf Situationen gefasst sein, mit denen du nicht rechnest.
Dein Hund sollte schon generell menschenfreundlich sein. Er sollte körperliche Zuwendung nicht nur ertragen, sondern auch genießen. Er sollte ein ausgeglichenes Wesen haben, eine hohe Reizschwelle, eine hohe Sicherheit gegenüber optischen und akustischen Reizen und natürlich eine absolut niedrige Aggressionsneigung!
Wichtig wäre auch: kein Futterneid, kein eifersüchtiges Bewachen des Besitzers, geringer Wach-und Schutztrieb und möglichst keine "Kläffneigung"!
Der Grundgehorsam muß perfekt funktionieren ebenso wie minutenlanges Absitzen oder Abliegen, denn falls wirklich mal "etwas passieren" sollte, kommst du als verantwortliche Hundeführerin und Betreuerin "in Teufels Küche" und bist im schlimmsten Fall deinen Job los!
Meine Ashley mit ihren sanften Windhund-Genen eignet sich sehr gut für die Arbeit mit geistig behinderten Menschen, aber man muß auch wissen, daß ein Hund wirklich nur begrenzt einsetzbar ist. Schnell wird aus einer liebevoll gemeinten Umarmung ein Würgegriff und es ist immer deine Aufgabe, deinen Hund vor Streß zu schützen......bevor er es selber tut!
Die von dir vorgeschlagene Ruheecke im Büro ist wichtig. Dieser Ort muß für alle Kinder tabu sein und der Hund weiß: hier kann ich entspannen und habe meine Ruhe. Ashley sucht mein Büro z.B. immer auf, wenn`s ihr zu laut und hektisch wird, ansonsten liegt sie überall in der Einrichtung herum, wo`s ihr gefällt
Hier noch eine Buchempfehlung zu diesem Thema:
Mein Hund hält mich gesund
Der Hund als Therapeut für Körper und Seele
von Gabriele Niepel
LG