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Ausbildung zum Suchhund

Alles rund um Begleithundeausbildung & Rettungshundeausbildung.

Moderator: DF-Mods

Beitragvon Kristine » 08.02.2007 15:52

Hallo,

ich habe mit unserem alten Hund als Rettungshund gearbeitet und auch mit meiner jetzigen Hündin eine Ausbildung dazu angefangen, musste leider abbrechen, da sie nicht genug streßresistent ist. Ganz grob: eine RH Ausbildung ist KEINE Freizeitbeschäftigung. Wenn Du eine nette Beschäftigung mit Deinem Hund suchst, dann mache bitte was anderes. Diese Ausbildung und das Führen eines solchen Hundes ist ein verantwortungsvoller Job. Du trainierst Deinen Hund, um im Ernstfall mit ihm einsatzfähig zu sein. Diese Einsätze können jederzeit kommen, das kennst Du ja von der Feuerwehr.d.h. Du brauchst auch einen Chef, der Dich freistellt.
Dein Hund sollte sozialverträglich sein, er sollte menschenfreundlich sein, er sollte motivierbar sein, er muß belastbar sein. Er sollte wildrein sein, kann aber von meinem Hund berichten, daß er total zwischen Suche und Nichtsuche unterscheiden konnte. Bei der Suche haben ihn keinerlei Wildspuren interessiert. Du selbst solltest teamfähig sein, körperlich fit, denn ein Marsch mit vollem Einsatzgepäck kann schon mal an die Nieren gehen.

Wenn Du es machst, dann muß Dir klar sein, daß Du ab diesem Moment praktisch kein freies Wochenende mehr hast. Du musst damit rechnen, daß Du am heiligen Abend in der Matsche rumrobbst (ist mir 2x passiert), Du musst jederzeit präsent sein. Je jünger Dein Hund bei Beginn der Ausbildung ist, desto besser. Bei uns war JEDEN Samstag Übung von 9 bis ca.17 Uhr. Alle 14 Tage 1 Abend Geräte und Unterordnungstraining. Daneben: Ausbildung zum Rettungssanitäter, Theorie (Funk, Kompass,Trümmerkunde und und und). Dazu kommen Hundeführerbesprechungen, später Einsätze und Einsatzbesprechungen. Außertourliche Übungen wie Hubschrauber Flug (tagsüber in der Woche), Abseilübungen. Die Ausbildung dauert ca. 2 Jahre, dann sind die meisten prüfungsreif. Davor hast Du eine Art BH Prüfung, allerdings deutlich verschärft, nach ca. 6 Monaten einen Eignungstest für HUnd und Halter. Der für den Hund kommt einer Wesensprüfung nahe, der für den Halter ist ein Geländemarsch mit Funk und Kompass. Bei der Prüfung hast Du einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die praktische Prüfung muß jedes Jahr neu abgelegt werden.
Du siehst, es kommt ganz schön was zusammen.
Wenn Du wirklich bereit bist, diese Zeit und Mühe zu investieren, dann ist es eine super Sache für Dich und den Hund.
Falls Du eine Staffel suchst, dann wende Dich am besten an die großen Organisationen, wie ASB, Rotes Kreuz, Johanniter, THW. Oder suche unter Bundesverband für das Rettungshundewesen.
Teilweise bieten inzwischen auch schon Hundeschulen ähnliche Ausbildungen an. Sicher weniger zeitintensiv und ohne das eigentliche Ziel, Menschen retten zu wollen.

Grüße Christine
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Kristine
 
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Beitragvon Fnarf » 08.02.2007 18:07

Ja ich weiß, habe vorhin schon mal auf einigen seiten recherchiert, das soll ja auch nicht zum Spaß gedacht sein. Mein Freund ist daran ja wirklich interessiert, er hätte schon damals bald eine Sanitäterprüfung angefangen. Wir gehen die Tage mal zum DRK oder so und lassen uns nochmal beraten, außerdem hat man ja auch ne 6monatige Probezeit wie ich erfahren habe. Also wenn man merkt das mensch oder hund überfordert sind oder einfach nicht geeignet, kann man es ja noch bleiben lassen.
Aber schon mal dankeschön für deine erfahrungsberichte. Wie gesagt, für mich wäre das wohl eher nichts, würde warscheinlich die Krise kriegen wenn tote Menschen geborgen werden müssen...da bin ich zu empfindlich.
Fnarf
(Themenstarter)
 
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Beitragvon Pablo » 17.02.2007 00:40

Ich kann dem Beitrag von Christine nur zustimmen.

RH Arbeit ist kein Freizeitvergnügen!!!!!!!!!!! Es ist harte Arbeit. Was nich heißt, dass es keinen Spaß macht und man nicht voll darin aufgegen kann.

Mein Freund war lange mit unserem Schäferhund Moses in einer RH-Staffel- ich konnte das Hautnah miterleben.

Ich selbst war mit meinem ersten Hund, Rasta, in einer Staffel, habe aber aufgegeben als mir klar wurde, dass ich nie bereit wäre, meinen Hund einer Gefahr auszusetzten. Auch das kann dir als RH Führer immer wieder passieren (Denke z.B an Gasexplosionen in Häusern und er damit verbundenen Einsturzgefahr. Das ist auch hier zulande nicht selten. Ich hätte meinen Hund nie in ein solches Haus geschickt)

Ich habe die RH Arbeit mit meinem Hund damals aufgegeben und habe mit ihm Agility und Schutztdienst gemacht. Für Rasta, der sehr gerne und gut gesucht hat, war das wohl in Ordnung.

Um der Rettungshundestaffel, die viel Arbeit und Zeit in Rasta und mich investiert hatte und großes Verständnis für die Gründe meines "Rückzuges" hatte, noch etwas zurück zu geben, habe ich mich noch lange (mehrere Jahre) dort als Suchperson zur Verfügung gestellt.

Also-gut über diesen Schritt nach denken.

-Schreibe Mal, wie du dich entschieden hast.


LG
Diana
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