Faesa hat geschrieben:
Meine Langeweilvariante - sicher, sie mag kein Patent sein. Für uns hat sie funktioniert. In jedem neuen Gebiet ist Madam erst mal aufgeregt, da ist alles andere als ich interessant. [...]
Auf diese Art und Weise konnte ich praktisch lernen, sie besser zu lesen und ihre Konzentration auf mich lenken, BEVOR sie die Nase am Hasenbau hatte. In fremden Gebiet ist das viel schwieriger.
Täglich abwechselnde Gassigänge sind für den Hund sicher toll, aber genau das empfehlen wir ja immer, damit es nicht langweilig wird, damit der Hund etwas neues riecht/sieht/erlebt. Die Frage ist dann, wie gut kann ich mit diesen ständig neuen Eindrücken dem Hund klar machen, dass ICH aber das Tollste bin? Das es das einzig wahre ist, sich an mir zu orientieren?[...]
Ich verstehe deinen Ansatz.
Sehe da aber eben die Gefahr, dass man sich auf das gute (ortsgebundene) Verhalten verlässt und in einer neuen Situation plötzlich "mit leeren Händen da steht".
Für mich ist es eben wichtig, dass ich ein Verhalten aufbaue, das überall funktioniert.
Denn ich werde nicht den Rest meines Lebens diese eine Gassistrecke gehen.
Und ich habe auch nicht die Zeit, jede mögliche Strecke immer erstmal langweilig zu machen, auch liegt mir nicht viel daran, bei jeder neuen Situation bei Null anfangen zu müssen.
Im Moment bin ich gerade noch bzw wieder dabei ihm immer wieder den Ball zu zeigen, selbst damit zu spielen und ihn nur zusehen zu lassen. Er würde ja gerne, aber ich will ihn noch ein wenig darauf fixieren. Sollte ich dies dann schon loben? Bzw wenn ich so eine Maus an der Angel kaufe, wird dann bereits allein sein Spieltrieb belohnt? Oder hab ich das nur falsch verstanden?
Der Spieltrieb
ist die Belohnung.
Mit einem Tennisball kann ich Missy zur Belohnung hetzen lassen.
Mit der quiekenden Maus am Gummi kann ich Luke zur Belohnung hetzen lassen.
Machs doch mal so... du hast die Maus in der Hand... versteckst sie in deinen Händen, schüttelst die Maus, damit sie Geräusche macht und verhälst dich leicht aufgeregt... Wenn dein Hund sehen will, was du da hast, soll er dich ansehen... In dem Moment, wo dein Hund dir in die Augen sieht, ZACK... lässt du die Maus fitschen und er darf versuchen sie zu fangen.
Lass ihn aber nicht zu lang danach hetzen, sondern auch schnell erbeuten.
Er soll die Maus ruhig schütteln dürfen. Dann nimmst du gaaanz tolle Leckerchen, belohnst das Erbeuten verbal und nimmst ihm ruhig die Maus ab, indem du sie gegen tolles Futter eintauschst.
Dann Maus wegpacken.
So kannst du erstmal testen, wie geil er auf so einen Reiz ist.
Ähnlich mit nem Ball..
Also hab ich nun richtig verstanden, ich stell mich in Garten und spring wie wild herum und lobe seine Aufmerksamkeit (egal ob Spiel oder Leckerli)? Na mal sehen was die Leute sagen, die vorbeigehen...
Wie wäre es, wenn du einfach entspannt durch den Garten gehst, und jeden Blickkontakt belohnst?
Ohne Herumspringen?
Auch auf Spaziergängen.
Bei der Schlepp würd ich anfangs ne kürzere Variante nehmen, 5 oder 7 meter find ich auch besser.
Er soll aber nicht lernen, dir permanent am Bein zu kleben, sondern er soll auch eigenständig schnüffeln... nur ist das Zeil, oder ist
mein Ziel, dass der Hund von allein Kontakt sucht und ein bestimmtes Verhalten bei Wildsichtung zeigt (vorstehen und Orientierung an mir).
Für mich ist ne Schlepp nur ne Absicherung.
Und ich würde immer darauf hin arbeiten, dass der Hund trainiertes Verhalten auch zügig ohne Schlepp zeigt.
EDIT: Zum Thema Clickern.
Ich habe den Clicker hier nur für eine einzige Sache: Das Bestätigen des Vorstehens und Orientierens an mir bei Wildsichtung.
Dafür hab ich ihn generell so aufgebaut, dass nach jedem Click ein Leckerli folgte (anfangs möglichst nur 0,5 Sekunden nach dem Click das Leckerli!!!)
Nachdem ich sicher sein konnte, dass bei Luke im Kopf ankam : Click = Futter hab ich begonnen, auch mehrfach zu clicken.
Wenn Luke am Ende der Schlepp (10 Meter) stehenbleibt und Vögel fixiert, click ich ca alle 2 Sekunden, werf dabei Leckerlis vor seine Nase und nähere mich ihm langsam.