Hey
ich denke dass der Vorschlag mit der 5m Schleppleine sehr gut ist - aber du kennst deinen Hund besser, und solltest dann im Bestfall natürlich einschätzen können, ob es für ihn zuviel Stress bedeutet oder nicht. Am Besten gehst du zu anfangs gar nicht ganz an das Auto sondern in eine Entfernung, in der er sich nach ein paar Minuten beruhigt und bleibst bei dieser Entfernung bis das keinen Stress mehr für ihn bedeutet und gehst dann eben Schritt für Schritt näher. Aber wirklich sehr sehr kleine und langsame Schritte, gerade bei ängstlichen Hunden ist das absolut wichtig!
Gibt es etwas was er sehr mag? Ein bestimmtes Spielzeug oder ist er vielleicht verfressen? Falls ja, kannst du das einbauen, und das Spielzeug oder das Fressen nur noch geben, wenn du trainierst.
Bzw. lässt er sich überhaupt noch ablenken, wenn er ersteinmal Angst hat?
Du solltest, wie schon erwähnt, auf gar keinen Fall zu schnell mehr verlangen, das würde sehr wahrscheinlich alles noch schlimmer machen. Zudem, würde er auch Vertrauen zu dir verlieren, und er soll sich bei dir ja absolut sicher fühlen. Daher: rede auf gar keinen Fall beruhigend auf ihn ein und streichel ihn nicht! Wenn er sich hinter dir versteckt o.ä. ist das fürs Erste völlig okay! Nur nimm du ihn von dir aus nicht in Schutz. Trete souverän auf - sehr sehr wichtig bei ängstlichen Hunden!
Achte natürlich darauf, dass du in einer ruhigen Gegend übst. Und dass dein Kleiner auf keinen Fall tatsächlich noch schlechte Erfahrungen mit Autos macht.
Das Ganze wird natürlich sehr lange dauern (hört sich sehr stark nach einem Trauma an). Daher musst du wirklich sehr sehr oft üben. Eine Angst/Trauma verschwindet nicht, sondern lässt sich nur durch viele viele positive Erlebnisse überlagern. Dazu solltest du 10-20 Mal pro Tag mit ihm trainieren (korrigiert mich, wenn ich hier falsch liege

). Aber achte darauf, dass du ihn nicht überforderst.
---> Alles in allem will ich hier keinen Plan o.ä. aufstellen, sondern nur Impressionen geben. Wie meine Vorredner schon gesagt haben, wende dich an einen _guten_ Hundetrainer! Aber du machst ja auf jeden Fall schon alles für ihn, wie sich das so anhört
Zu guter Letzt noch: Das mit dem Tragen und Autofahren würd ich auch auf jedenfall lassen im momentanen Zustand! Er muss erst einmal akzeptieren das große böse Ding mit den Rädern in seiner Nähe zu haben. Ich meine, stell dir mal vor, du hättest alleine schon Angst wenn du z.b. Flugzeuge _siehst_ und nun kommt da noch jemand und steckt dich da einfach rein und du musst nun auch noch diverse Minuten dort drin verbringen? Ich denke du verstehst worauf ich raus will....
Zu Auto: sofern er das Auto in seiner Nähe dann iwann akzeptiert, beginne mit ihm davor zu spielen, sein Futter hier zu erarbeiten etc. --> er soll etwas total Positives damit verbinden! Dann fängt auch hier das selbe an: Du setzt ihn ein paar mal am Tag - mit dir - ins Auto --> aber fährst nicht! Bis das kein Stress mehr ist. Dann beginnst du den Motor laufen zu lassen. Bis das kein Stress mehr ist. Dann beginnst du kleine kleine Runden zu fahren. Bis auch das kein Stress mehr ist. Und auch hier: nichts übereilen! Das muss sich alles erst festigen u.s.w.. Menschen neigen nur leider immer dazu nicht konsequent zu sein und am liebsten gleich 10 Schritte weiter zu gehen *g*
Du könntest ihm übrigens einen Käfig/Transportbox im Auto einrichten, die ihm dann evtl mehr Sicherheit bieten könnte.
Alles in allem, kann man zu diesem Thema viel schreiben. Trainingsmethoden gibt es eh immer unglaublich verschiedene. Wichtig ist wohl als Faustregel im Moment für dich konsequent, souverän und fleißig zu sein
Liebe Grüße und viel Erfolg,
Bambi