von Poledra » 27.04.2008 11:20
Hallo,
also, Du meinst mit Langhaarige Gelbbacke wahrscheinlich eine aus dem Ostschlag.
Von denen weiß ich einfach nichts und kann zu denen also nichts sagen.
Es ist so, dass in der ehemaligen DDR in der Schäferei und damit in der Hundezucht eine ganz anderer Weg gegangen wurde, die Schläge wurden untereinander eigentlich nicht gemischt, und die optische Einheit spielte eine größere Rolle. Daher sind Harzer Fuchs, Gelbbacke und Schafspudel auch so gut im Aussehen als solche auszumachen. Was natürlich dazu führt, dass gerade ein optisch so einmaliger Hund, wie der Harzer Fuchs für viele Privatleute so interessant wird.
In der alten BRD wurde bei der Zucht der Altdeutschen garnicht auf einheitliche Optik geachtet, daher auch die unglaubliche Variation innerhalb der Würfe, wie auf den Fotos ach zu sehen (auch hier gibt es langhaarige Gelbbacken). Was gut arbeitete, wurde auch zur Zucht verwendet, auch Hunde anderer Rassen, mit ähnlichem Arbeitsstiel, die gut liefen wurden eingekreuzt. So findet sich in Gipsys Vorfahren (Ururgroßmutter) ein Kurzhaarcollie oder bei Mella (auch Ur) ein belgischer Schäferhund.
Die AAH gibt es ja gerade mal seit ca 20 Jahren, mit ihrer Zielsetzung die in Deutschland noch vorhandenen hütenden Hütehunde zu erhalten. Auch der Begriff Altdeutscher Hütehund ist noch nicht so alt, vielerorts wurde Altdeutscher Schäferhund gesagt. Aber bei Gründung der AAH war dieser Begriff ja schon zu sehr von den langhaarigen Deutschen besetzt. Wobei ja auch der DS nur ein Hütehundschlag war, der aus Schäferhand auf Aussehen reingezüchtet wurde.
Die Berufsschäfer die ich kenne züchten fast alle nicht inerhalb der AAH, da es ihnen zu viel umstand ist, mit dem Papierkram usw. und sie keine Vorteile sehen, da gute Hüteleistung sich doch nicht durch eine einfache Zuchttauglichkeitsprüfung ersehen läßt.
Den Altdeutschen auserhalb seines ursprünglichen Arbeitsfeldes kann man sicher ähnlich kritisch sehen, wie beim Border Collie. Ich kenne einfach AHs die ohne Schafsarbeit nicht funktionieren würden, Hunde die den ganzen Tage laufen und abends durch den Zwinger zur Pause gezwungen werden, um sich nicht Tod zu laufen. Hunde die gleichzeitig in ihrem Wesen eine Energie und einen Wums haben, dass sie ohne diese Triebbefriedigung wirklich gefährlich werden können. Leider kenne ich einige doofe Geschichten in dieser Richtung, wobei es da um unausgelastete, schlecht ausgebildete Hunde in der Schäfrei ging.
Gleichzeitig kenne ich aber auch tolle AH in der Familie, die, bei entsprechender Auslastung, entspannte, coole Familienmitglieder sind. Gipsy ist so ein Hund und Bode auch.
Aber schon Gipsys Sohn Nabur aus erstem Wurf, der Vater der Welpen oben, ist so ein Hund der mit seinen nun 10 Jahren immer noch zu viel arbeitet. Er ist einer der läuft, bis er steif ist und die Pfoten offen sind, man muß ihn also durch zwang (anleinen/ zu hause Pausentage geben) vom überarbeiten abhalten. Ist er dann an der Leine, würde er gerne durch fiepen mitteilen, daß er gerne weiterlaufen möchte. Läuft er seine Grenze und sieht, dass der Hund auf der anderen Seite Aktion machen darf, wird er ganz jibberig, weil er dass auch noch machen möchte.
Ich kann den wunsch nach einem Altdeutschen total nachvollziehen. Nicht nur das sie schön sind, sie haben ein tolles Wesen sind vom Körperbau und der ganzen Gesundheit einfach noch top, im Gegensatz zu vielen auf optische Einheit gezüchteten Rassen.
Wie ich bei einem Welpen erkenne ob es mit ihm passt? Stehe da vor den gleichen Sorgen!
Schaue ich mir Hunde wie Nabur an, kann ich im Nachhinein sagen, ja, dass hat sich schon als Welpe gezeigt, aber hätte ich es damals vorraus gesehen?
Ich denke, wichtig ist sich die Elterntiere genau anzusehen, und es reicht nicht, dass nur einer der beiden ruhig und ausgeglichen ist, wobei bei Nabur auch der Vater nicht so heftig war. Und sich mit den Welpen viel Zeit zu nehmen, bevor man sich entscheidet.
Das Erziehung (richtige Auslastung, aber auch runterfahren lernen) eine großer Punkt ist, brauche ich ja hier nicht noch zu schreiben.
Oder sich für einen etwas älteren Hund entscheiden, es gibt immer wieder Hunde die „nichts taugen“, wie Benne oder mein toller Bode.
Oh, dass ist doch lang geworden. Ich habe hier zu einigen heiklen Themen Stellung bezogen. Jemand mit anderer Meinung möchte mir das nachsehen. Fände einen konstruktiven Meinungsaustausch immer spannend!
LG Anna