Hallo,
ich würde für eine Weile meine "Forderungen" an den Hund komplett ändern - Walter hat das ja such schon beschrieben.
Wie wäre es, wenn er für eine Weile nur an der Schleppleine raus käme. Du solltest Ihn dabei nicht bespaßen sondern nur wie ein Lchs darauf achten, ob er Dir die winzigste Aufmerksamkeit gibt. Das kann anfangs ein "ohrwinken" in deine Richtung sein. Solche Sachen würde ich anclickern (loben) und belohnen. An die Schleppleine würde ich ihn deshalb nehmen, damit er sich nicht selber zu sehr bespaßen kann - er soll merken, dass er nur zu den Spaßigen Sachen kommt, wenn er vorher mit Aufmerksamkeit "bezahlt". Ganz wichtig ist hierbei das "Premack-Prinzip". David Premack hat herausgefunden, dass das Ermöglichen von geliebten Verhaltensweisen (die, die der Hund liebt) das auftreten von gewünschten Verhaltensweiswen (die, die der Hund nach Menschen-Wunsch zeigen soll) bestärkt.
Das klingt kompliziert, ist es aber nicht.
Du hast geschrieben, dass er Mauselöcher toll findet: großartig, denn diese Mauselöcher sind Deine Chance, dass er Dich wahrnimmt!!
Denn zukünftig kommt er nur noch gegen "Bezahlung" (Aufmerksamkeit = Blickkontakt zu Dir) an ein Mauseloch. zusätzlich zum Mauseloch kannst Du auch noch, wenn er denn drauf steht, mit Leckerchen belohnen.
Das einzige worauf Du achten mußt ist, dass Du die Mauselöcher mindestens genauso schnell sehen mußt wie er und dann per Schleppleine verhinderst, dass er ohne "Bezahlung" daran gelangen kann.
Weiterhin kannst Du seine Aufmerksamkeit auf Dich folgendermaßen steigern: Jedesmal, wenn er Dich ansieht, anclicken und belohnen (sei kreativ mit der Belohnung, alles was der Hund toll findet und was Du ihm geben kannst (buddeln am Mauseloch, schwimmen im Teich, Frisbee hangen, Bälle jagen, Löcher graben, schnüffeln, mit anderen Hunden Spielen, rennen, springen, usw, etc, pp). Wenn er Dich nach einer Weile öfter ansieht, fügst Du noch seinen Namen ein: Hund sieht Dich an, Du sagst seinen Namen, Click und Belohnung. Zillionenmale bei allen möglichen Gelegenheiten wiederholen. Reagiert er nach einer weile wieder gut auf seinen Namen (testen indem Du seinen Namen sagst, wenn er Dich NICHT ansieht), trainierst Du nach der selben Methode den Rückruf neu:
Der Ablauf ist genau der Gleiche: Hund sieht Dich an, Du sagst seinen Namen und sein Komm-Signal (wenn das alte "kaputt" ist, nimm ein neues und bau es mit dieser Methode neu auf), clickern und belohnen.
Ich weiß, das klingt albern, aber es funktioniert. Mit Crispel habe ich den Rückruf u.a. so aufgebaut und frische das in Abständen immer mal wieder auf und er bekommt immer fast ein Schleudertrauma vom "kopfrumreissen-wenn-er-"Crispel komm schnell"-hört".
Und ansonsten: Mach nur was mit dem Hund, wenn Du Dich gut fühlst. Mach nur Sachen mit dem Hund, an denen er Spaß hat (aber lass sie Dir bezahlen

), und "arbeite" erst mal nur an Eurer Beziehung. Nimm Dir eine Kunstpause, nimm Dir vor, dass Hund erst mal nichts muß - aber darf, wenn er den "An-Schalter" findet. Ich wette, Dein Hund ist für Dich der tollste Hund der Welt - Du mußt Dich nur daran erinnern.
Stell Dir vor, dass Du Dir auch etwas "antrainerst": nämlich das "wenn ich mit meinem Hund zusammen bin, ist die Welt in Ordnung"-Gefühl.
Das kannst Du beides gut vorbereiten.
1. Du hast bestimmt viele Fotos von Deiner Fellnase: bastele ein tolles Album damit oder eine große Collage zum an die Wand hängen. Erinnere dich an die tollen Zeiten, die Ihr schon mit einander hattet.
2. Mach Dir eine Liste mit all den Dingen, die Dein Hund toll findet und überlege, wie Du diese Dinge als Belohnung für geleistetes "Wunschverhalten" einsetzen kannst.
3. Schraube Deine Ansprüche auf pure Beziehungsarbeit herunter. Der Hund muß nicht "funktionieren" aber jeder Blick in Deine Richtung ist einen Jackpot wert!